Erinnerung und Begegnung e.V.
im
Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen / Schlesische Lausitz

Wir begrüßen Sie auf unserer Internetseite www.vertriebene-in-sachsen.de

Editorial

Aktualisierung unserer Internetseite im August 2020

Liebe Leser unserer Internetseite,

der Spätsommer ist für uns Deutsche eine Zeit des Erinnerns. Ende Juli/Anfang August 1914 begann der I. Weltkrieg. Am 1. September 1939 eröffnete Deutschland mit seinem Angriff auf Polen den II. Weltkrieg. Am 2. August 1945 endete die Konferenz von Potsdam, bei der die Alliierten die Aufteilung Deutschlands und die Vertreibung der Deutschen beschlossen.

Am 5./6. August 1950 verabschiedeten die in Westdeutschland organisierten Vertriebenen die Charta der Vertriebenen. Im Zentrum standen die Forderungen nach einer beruflichen und wirtschaftlichen Integration. Die wichtigste politische Forderung war die Anerkennung des Rechts auf Heimat.

Die Vertriebenen forderten aber nicht nur, sondern verzichteten auf Rache und Vergeltung. Sie bekannten sich zu einer europäischen Friedensordnung. Der Schlusssatz der Charta lautet:

“Wir rufen die Völker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand anzulegen ans Werk, damit aus Schuld, Unglück, Armut und Elend für uns alle der Weg in eine bessere Zukunft gefunden wird.“

Ihr Friedrich Zempel

Einladung

Gedenktag für die Opfer von

Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung

13.9.2020, 11:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Lausitzhalle, Lausitzer Platz 4, 02977 Hoyerswerda

Programm

Begrüßung: Landesvorsitzender Frank Hirche

Gedenkrede: Dr. Christopher Spatz

Mittagspause

Verleihung des Zukunft-Erbe-Preises

Verleihung des Zukunft-Erbe-Stipendiums

Besuch in der im Aufbau befindlichen

Erinnerungs- und außerschulischen Bildungsstätte der Vertriebenen und Spätaussiedler

in 02977 Knappenrode, Werminghoffstraße. 20,

Unkostenbeitrag zehn Euro einschließlich Mittagsimbiss und Kaffeegedeck

Bitte Schutzmasken mitbringen.

Mit Rücksicht auf die Corona-Schutzbestimmungen

sowie zur Kalkulation der Imbissangebote bitten wir um

Anmeldung bis zum 31. August an

Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler

im Freistaat Sachsen/schlesische Lausitz e.V.

Herrn Frank Hirche

Heinrich-Heine-Str. 6 A, 02977 Hoyerswerda

oder

c.florian-lvs@outlook.de

75 Jahre Konferenz von Potsdam

Als man versuchte,

den Teufel durch Beelzebub auszutreiben.

Vortrag von Friedrich Zempel,

Vorsitzender des Vereins Erinnerung und Begegnung e.V.,

18. August 2020, 13:00 Uhr,

Freiberg, Gastsätte Brauhof

Einen Vorabdruck seines Vortrages können Sie hier herunterladen.

Öffnungszeiten des Hauses der Heimat

Die Öffnungszeiten des Hauses der Heimat bleiben unverändert Donnerstag bis Sonnabend

14:00 bis 17:00 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 035828/70684.

Bitte beachten Sie die jeweils geltenden Pandemiebestimmungen.

Erinnerung, Begegnung, Integration

Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen

Unsere Arbeit geht trotz Corona weiter

Spenden Sie für das dauerhaft gesicherte Grundvermögen (nicht für den Verbrauch bestimmt)

Stiftungskonto: IBAN: DE 12 8705 2000 0190 0222 05

Die vergessenen Leiden einer geteilten Nation

1950 – Der Beginn des „kleinen“ Weltkrieges

Wenn man vor der Wiedervereinigung bei internationalen Messen oder Treffen von Akademikern auf die deutsche Teilung zu sprechen kam, erntete man in der Regel Schulterzucken und den Hinweis, wir seien selbst schuld; denn wir hätten den Zweiten Weltkrieg begonnen. Waren Südkoreaner unter den Gesprächsteilnehmern, widersprachen sie. Sie wiesen darauf hin, dass ihr Land ebenfalls geteilt sei, obwohl es zu den unbestrittenen Opfern des Zweiten Weltkrieges gehört habe. Im Übrigen zeigten sie sich über die politische Lage Deutschlands viel besser informiert als die Angehörigen der westlichen Nachbarländer. Dieses Interesse und diese Empathie beruhten auf Gegenseitigkeit. Die deutschen Gesprächsteilnehmer waren über die Lage in Korea viel besser informiert als die Angehörigen anderer Nationen.

Mit der deutschen Wiedervereinigung vor 30 Jahren scheint in Deutschland die Teilung Koreas in Vergessenheit geraten zu sein. Daher soll mit zwei Aufsätzen an den Beginn des Koreakrieges vor 70 Jahren, der die Teilung des Landes zementierte, erinnert werden. Dies ist keine historische Reminiszenz wie die Erinnerung an die napoleonischen Kriege, sondern ein Hinweis, dass auf der koreanischen Halbinsel der längste, gefährlichste und unberechenbarste internationale Konflikt der Weltgeschichte köchelt wie ein schlafender Vulkan.

Der erste Aufsatz von Prof. Dr. Kyung-Hee Chung befasst sich mit der Frage, wie es zu dem Koreakrieg kam. Der zweite Beitrag gibt einen Überblick über den Verlauf des Krieges.

Der Brief Kim Il-Sungs

Geschichte des Koreakrieges

Friedrich Zempel

Aufruf der Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler

in Sachsen, Niedersachsen, NRW, Hessen und Bayern

Mit einem Aufruf zum Gedenken an die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsdeportation sowie zur Erinnerung an das Schicksal der deutschen Minderheiten in den Staaten Mittel- und Osteuropas sowie in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten haben sich die Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler an die Öffentlichkeit gewandt. Wir bringen den Lesern unserer Internetseite diesen Aufruf zur Kenntnis.

Zum vollständigen Aufruf

Die Vertreibung der Deutschen aus Mittel- und Osteuropa

im und nach dem Zweiten Weltkrieg Ausgewählte Fakten

Vor 75 Jahren erlebten die Deutschen in Mittel- und Osteuropa den Höhepunkt ihrer Vertreibung. In der vorangegangenen Aktualisierung hatten wir bereits einige Zeitzeugenberichte veröffentlicht. Weitere Berichte werden wir noch veröffentlichen. Gespräche zeigen immer wieder, dass die Dimension der Vertreibung sogar den Vertriebenen bzw. deren Nachkommen nicht bekannt ist. Daher haben wir in einem Aufsatz die wichtige Fakten zusammengefasst. Sie können ihn unter dem nachfolgenden Link lesen.

Zum Aufsatz

Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen (EBI)

Winfried Liebal zum 80. Geburtstag

Die Kulturarbeit der Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen wurde auf sehr vielen unterschiedlichen Ebenen geführt: Integration der neu angekommenen Spätaussiedler, Unterhaltung von Heimatsstuben, Einrichtung des Hauses der Heimat in Reichenbach, Handarbeitsgruppen, Laienspielgruppen, Zeitzeugenprojekte in Schulen, Schülerwettbewerbe, Austausch mit Menschen aus den Heimatgebieten, Hilfsprojekte in den Heimatsgebieten, Herausgabe von Büchern und Zeitungen, Internetseiten, Vortragsveranstaltung etc. Nur ein Teil dieser Arbeit war ausschließlich interner Natur und für die Mitglieder bestimmt. Die meisten Aktivitäten wurden betrieben, um die Öffentlichkeit über das Schicksal, die Kultur und Geschichte der Vertriebenen zu informieren. Einen besonderen Stellenwert hatte immer die Arbeit der Chöre, vor allen Dingen weil sie unpolitisch ist und es dem Zuhörer überlässt, sich über die Geschichte der Vertriebenen und Spätaussiedler Gedanken zu machen und zu informieren. Die hohe Bedeutung der Chormusik ist für Ostmittel- und Osteuropa typisch. Ich erinnere an die Chorarbeit der baltischen Völker, die der Auffassung sind, dass ihre Chöre einen wesentlichen Beitrag bei der Erlangung der Unabhängigkeit gespielt haben.

Nach der Wiedervereinigung wurde in vielen größeren Städten in Sachsen ein Vertriebenen- oder Spätaussiedlerchor gegründet, auch in Dresden. In den ersten Jahren fanden sich sehr bald genügend Sängerinnen und Sänger zusammen. Aber es war schwierig, geeignete Dirigenten zu finden. Als Sänger eignen sich auch Laien. Dirigenten sollten nach Möglichkeit aber auch eine gewisse musikalische Ausbildung mitbringen. Diese Voraussetzung ließ sich häufig nur sehr schwer erfüllen. Umso wichtiger ist es, hier einem besonders treuen Dirigenten zu danken. Eine kleine Laudatio finden Sie hier zum Download.

Winfried Liebal und sein Chor Heimatmelodie Winfried Liebal und sein Chor Heimatmelodie

Friedrich Zempel

Der gute Mensch in Chemnitz wird 70

Das schwierige, bewegte Leben des Florian Braun

Die Überschrift, der gute Mensch in Chemnitz, ist kein Versehen; denn Florian Braun ist kein gebürtiger Chemnitzer. Was ist er dann? Einen bestimmten Ort wird er vermutlich nicht als Heimat bezeichnen. Dafür war sein Leben als Deutscher in Russland und später als Deutscher aus Russland zu unfreiwillig bewegt und schwierig. Wahrscheinlich kann er sich gut mit dem Heimatbegriff des Klarinettisten Giora Feidmann identifizieren, der einmal erklärte, seine Heimat sei seine Familie, seine Freunde und seine Schicksalsgenossen. Im Sinne eines so verstandenen Heimatbegriffs hatte sich bereits sein Vater David engagiert. Florian ist als Erwachsener immer in gleicher Weise tätig gewesen

Seit 1990, seit der Wiedervereinigung, darf sich Florian Braun auch offiziell für die Deutschen aus Russland engagieren. In erster Linie ist er quasi als ehrenamtlicher Sozialarbeiter tätig. Diese Arbeit hat ihm den Titel des „guten Menschen in Chemnitz“ eingebracht. Festreden überlässt er gerne anderen. Trotzdem hat er auch als „Verbandsfunktionär“ viele Verdienste erworben. Abgesehen von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland ist er auch im Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler Sachsen/Schlesische Lausitz (LVS) und im Verein Erinnerung und Begegnung (EuB) aktiv.

In diesen Tagen kann er seinen 70. Geburtstag feiern. Dies ist ein Grund, einen Blick auf sein Leben zu werfen. Seine Lebensgeschichte ist keineswegs ein romantischer Familienroman. Aus seinem Lebenslauf erfährt man viel über die Geschichte der Deutschen in bzw. aus Russland. Lesen Sie seine Lebensgeschichte, die Dr. Manfred Hellmund verfasst hat und die wir hier zum Download bereitstellen.

Von rechts nach links: Florian Braun, Mario Morgner, Dr. Manfred Hellmund im Landtag
Von rechts nach links: Florian Braun, Mario Morgner, Dr. Manfred Hellmund im Landtag

Friedrich Zempel

Liebe Leser

die neuste Ausgabe unserer Verbandszeitung mit vielen aktuellen Informationen finden Sie in der Rubrik "Verbandszeitung". Außerdem können Sie dort alle bisherigen Ausgaben nachlesen.

Über Rückmeldungen würden wir uns freuen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr

Friedrich Zempel

Vorwort zur Aktualisierung Frühjahr 2020

75 Jahre Vertreibung

der Deutschen aus Mittel-und Osteuropa

Das Ende des Zweiten Weltkrieges hatte für die Deutschen ganz unterschiedliche Konsequenzen. Die Bewohner der weitgehend zerstörten Großstädte konnten aufatmen, weil die Bombardierungen aufhörten. Die Deutschen in Mittel- und Osteuropa bekamen die Rache der Kriegsgegner zu spüren.

Wir wollen heute mit verschiedenen Artikeln an Flucht und Vertreibung erinnern.

Nachfolgend veröffentlichen wir zwei Fluchtberichte, die bereits Teil unserer Wanderausstellung "Unsere neue Heimat – Sachsen" sind. Sie wurden der Redaktion von Prof. Dr. Winfried Schirotzek zur Verfügung gestellt. Ferner finden Sie auf dieser Seite Hinweise auf weitere Artikel - u. a. über die Odyssee der Hannelore S., den Kappputsch in Breslau, einen Aufruf an die Deutschen aus Russland sowie andere Vertriebene und Spätaussiedler.

Friedrich Zempel

Bericht 1: Eva-Marianne Franzke

Bericht 2: Familiengeschichte Faust

Von Schlesien nach Madrid

Ein Mädchen erlebt Flucht und Vertreibung

Hannelore S. wurde 1936 in Oberschlesien geboren. Sie erlebte eine behütete Kindheit. Auch der Beginn des Zweiten Weltkrieges hinterließ im Gedächtnis des Kindes keine besonderen Spuren. Sie erinnert sich lediglich, dass in ihrem Dorf häufig Soldaten zu sehen waren.

Die Einberufung ihres Vaters war der erste Einschnitt in ihre Kinderwelt. Viele Jahre später erfuhr sie, dass er in der russischen Kriegsgefangenschaft gestorben war.

Bei Kriegsende begann für sie mit der Flucht aus Oberschlesien eine Odyssee durch viele europäische Länder. Ende der Sechzigerjahre wurde sie in Spanien heimisch. Kontakte in ihre schlesische Heimat pflegte sie immer weiter.

Ihr bewegtes Leben als Vertriebene schilderte sie vor kurzem dem Vorsitzenden des Vereins Erinnerung und Begegnung e.V., Friedrich Zempel, in einem Interview, das wir in dem Abschnitt Aufsätze/Beiträge eingestellt haben.

f.z.

Frau Hannelore Schimmer mit ihrer Nichte Beate aus Freital in einer Interviewpause in ihrer Wohnung in Madrid
Frau Hannelore Schimmer mit ihrer Nichte Beate aus Freital in einer Interviewpause in ihrer Wohnung in Madrid

Aufruf an die Deutschen aus Russland und den Nachfolgestaaten der UdSSR

Spenden Sie Dokumente, Fotos und Ausstellungsstücke für unsere Erinnerungsstätte in Knappenrode/Hoyerswerda.

In Knappenrode werden wir eine Erinnerungs-, Begegnungs- und außerschulische Bildungsstätte errichten. Für diese Einrichtung suchen wir dringend Erinnerungsstücke der Deutschen aus Russland.

Wir kennen Ihre Geschichte. Wir wissen, dass Sie so gut wie keine Gegenstände aus den früheren Heimatgebieten an der Wolga den vielen anderen Siedlungsgebieten in der früheren UdSSR nach Sachsen mitbringen konnten. Für uns sind aber auch wichtig:

Briefe und sonstige Dokumente, Fotos, Bilder, Bücher und Kleidungsstücke, auch aus der Zeit nach der Entlassung aus der Trudarmee, beispielsweise der Schriftverkehr über ihre Aussiedlung und natürlich auch Gegenstände wie Geschirr und Haushaltsartikel.

Selbst ein paar Stricknadeln sind für uns wichtig, wenn sie mit einer Geschichte verbunden sind. Wenn Sie sich nicht zutrauen, die Geschichten selbst aufzuschreiben, helfen wir Ihnen gerne.

Vor einigen Monaten haben wir von einer Deutschen aus Georgien ein Gesangbuch bekommen. Die Eigentümerin hatte zunächst Bedenken, es uns zu übereignen, weil es schon stark zerfleddert war. Aber gerade dieser Zustand war für uns wichtig; denn er ermöglichte uns, die Geschichte der Familie seiner Eigentümerin zu erzählen. Mit einer druckfrischen Ausgabe hätten wir das nicht tun können. Die Geschichte musste die Eigentümerin nicht selbst aufschreiben. Wir habe sie interviewt.

Sie können sich gerne direkt an die Stiftung der Vertriebenen, Heinrich-Heine-Straße 6A, 02977 Hoyerswerda oder an die Vorsitzenden Ihrer landsmannschaftlichen Gliederung wenden.

Friedrich Zempel

PS. Natürlich sind wir auch an den gleichen Erinnerungsstücken aus den Herkunftsgebieten der anderen Vertriebenen und Spätaussiedlern interessiert.

Tanzkreis Rübezahl aus Deutsch-Paulsdorf bei Görlitz

Im Bild: "Tanzkreis Rübezahl" aus Deutsch-Paulsdorf bei Görlitz

Falls es Vorschläge, Hinweise oder Beiträge gibt, bitte wenden Sie sich an das Team über die Kontaktseite. Dort finden sie den Link zum Postfach des Vereins.