Erinnerung und Begegnung e.V.
im
Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen / Schlesische Lausitz

Wir begrüßen Sie auf unserer Internetseite www.vertriebene-in-sachsen.de

Kriegskinder - Dialog der Generationen in der Region Pirna

Sonderausstellung im Stadtmuseum Pirna, Klosterhof 2, 01796 Pirna

Von mehreren Lesern wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass das Stadtmuseum Pirna eine Sonderausstellung über die Kriegskinder zeigt. Flucht und Vertreibung sind ein Schwerpunktthema der Ausstellung, die unsere Leser als sehr gut bewerteten. Sie kann bis zum 14. Februar besichtigt werden.

Editorial zur Aktualisierung Herbst/Winter 2020

Häufig wird kritisiert, wir würden uns zu viel mit geschichtlichen Themen befassen. Das hat verschiedene Gründe. Durch die aktuelle Pandemielage finden weniger berichtenswert Ereignisse statt. Daher soll diese Seite den Kontakt zwischen unseren Mitgliedern und Freunden pflegen. Außerdem sind wir der Auffassung, dass viele historische Themen behandelt werden müssen, nicht um das Konversationswissen zu verbessern und die Lösung von Kreuzworträtseln zu erleichtern, sondern weil die Geschichte über Jahrhunderte fortwirkt – im Guten wie im Bösen. Welche bösen Folgen das Fortwirken der Geschichte haben kann, zeigt sich an dem Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan. Die guten Folgen erleben wir Weihnachten in der Kirche. Einige der bekanntesten Weihnachtlieder stammen von Dichtern aus dem Osten. Darüber werden wir mit der Aktualisierung im Dezember berichten.

Friedrich Zempel

Landesweiter Tag der Heimat und
Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung in Hoyerswerda

Junger Redner erhält viel Beifall

Junge Redner sind bei den Kundgebungen der Spätaussiedler und Vertriebenen eher die Ausnahme. Dies war bei dem diesjährigen landesweiten Tag der Heimat am 13. September in der Lausitzhalle in Hoyerswerda der Fall. Der junge Redner, Dr. Christopher Spatz, bekam viel Beifall und Zustimmung. Allerdings ist Dr. Spatz in den Reihen der Spätaussiedler und Vertriebenen kein Unbekannter mehr. 2019 hat er für seine Forschungen über die „Wolfskinder“ den Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen erhalten. Seine Bücher „Nur der Himmel blieb derselbe“ über die ostpreußischen Hungerkinder und „Heimatlos“ über das Lager Friedland fanden großes Interesse in der Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Seine Rede können Sie hier herunterladen.

f. z.

ZukunftErbe-Preis geht an Freya Klier und Józef Zaprucki

Am 13. September wurde von der Stiftung „Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen“ erstmalig der ZukunftErbe-Preis vergeben. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung in der Lausitzhalle in Hoyerswerda statt. Die Preisvergabe wurde aus Mitteln gefördert, die die Abgeordneten des sächsischen Landtages im Rahmen des Landeshaushalts zur Verfügung gestellt haben.

Freya Klier erhielt den Hauptpreis für ihr Schaffen als Autorin und Regisseurin, insbesondere für ihre Bücher und Filme über die Schicksale deutscher Menschen aus dem Osten in Folge des Zweiten Weltkrieges. Die Laudatio hielt Prof. Dr.Frank- Lothar Kroll.

Der polnische Germanist und Hochschullehrer Dr. Józef Zaprucki wurde mit einem Sonderpreis, insbesondere für seine Übersetzungstätigkeit und für die Pflege deutschen Kulturgutes in Polen, geehrt.

Die Laudatio hielt der Beauftragte des Freistaates Sachsen für Vertriebene und Spätaussiedler, Dr. Jens Baumann.

Die Preise wurden von dem Vorsitzenden der Stiftung, Herrn Frank Hirche, und der stellvertretenden Landesvorsitzenden des Landesverbandes der Vertriebenen, Liane Labuhn, überreicht.

Die Dankesrede von Frau Freya Klier können Sie hier herunterladen.

Die Dankesrede von Herrn Dr. Józef Zaprucki finden sie hier.

Beide Reden sind außerordentlich wichtige Zeitdokumente. Beiden Persönlichkeiten sind die Vertriebenen uns Spätaussiedler zu außerordentlichem Dank verpflichtet.

fz

Freya Klier bei Ihrer Rede in Hoyerswerda

„Hannahs Verlies“ – Ein Roman von Andreas H. Apelt

Ein Roman über das

dramatische Schicksal einer vertriebenen Familie

Rezension von Prof. Dr. Anton Sterbling, Mitglied im Kuratorium der Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen

Andreas H. Apelt hat eine ganze Anzahl verschiedener Professionen ausgeübt. Er war Handwerker, Kulturschaffender, Wissenschaftler, Dichter, Schriftsteller, Politiker. Seine Lebensstationen sind aber nicht Stufen auf einer Karriereleiter, sondern sie zeugen von seinem Ringen um Wahrheit und Menschlichkeit. Aus dieser Einstellung heraus hat er auch seinen neuesten Roman „Hannahs Verlies“ verfasst. Eine ausführliche Rezension von Prof. Dr. Anton Sterbling finden Sie hier.

ZukunftErbe-Stipendium an Daniel Wendorf M. A.

Erstmalig wurde am 13. September im Rahmen des sächsischen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung das halbjährige „ZukunftErbe-Stipendium“ vergeben. Das Stipendium war von der Stiftung „Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen“ im Juni ausgelobt worden. Das Stipendienprojekt wird aus Mitteln gefördert, die die Abgeordneten des Freistaates Sachsen im Landeshaushalt für derartige Maßnahmen zur Verfügung gestellt haben. Erster Stipendiat ist der Historiker Daniel Wendorf M. A., der an der technischen Universität Dresden bei Prof. Dr. Josef Matzerath promoviert. Das Thema seiner Dissertation lautet: „Zwischenwelten – Flüchtlinge und Vertriebene in Dresden 1945-1952“

Die Vergabe des Stipendiums wurde durch den Vorsitzenden des Stiftungsrates, Ministerialrat a.D. Friedrich Zempel, zusammenfassend erläutert. Er verwies unter anderem darauf, dass Daniel Wendorf in den Reihen der Vertriebenen kein Unbekannter ist. Der Stipendiat hat im Rahmen seiner Arbeit Vertriebene in Dresden interviewt und bereits mehrmals Zwischenergebnisse vor Vertriebenenorganisationen vorgetragen. Die Verleihungsurkunde wurde von dem Vorsitzenden des Vorstandes der Stiftung, Frank Hirche, und der stellv. Landesvorsitzenden des Landesverbandes der Vertriebenen (LVS), Liane Labuhn, übergeben.

f.z.

Von links nach rechts: Dr. Jens Baumann (BVS), Daniel Wendorf (Stipendiat), Friedrich Zempel (Vertriebenenstiftung), Liane Labuhn (Landesverband der Vertriebenen), Frank Hirche (Vertriebenenstiftung)

70 Jahre LmDR in Deutschland - 30 Jahre in Sachsen

Die Geschichte keiner deutschen Volksgruppe ist so vielfältig wie die Geschichte der Deutschen in / aus Russland. Die ersten Jahrzehnte in Russland nach der im Auswanderung 18. Jahrh. waren durch außerordentliche Erfolge gekennzeichnet. Diese Erfolge weckten Neid und Missgunst und führten schon im Zarenreich zur Aufhebung der zunächst bewilligten moderneren Regelungen u. a. in Religion, Selbstverwaltung, im Schulwesen und beim Militärdienst. Bereits in den siebziger Jahren des 19. Jahrh. begannen die ersten Abwanderungen. In den Jahrzehnten nach der Revolution wurden in der UdSSR in mehreren Wellen Zehntausende ermordet und Hunderttausende nach Sibirien deportiert. Nach dem Überfall Deutschlands auf die UdSSR wurden sie, die Hitler gar nicht an die Macht gebracht hatten, für die deutschen Verbrechen bestraft und deportiert. Für die Nazis waren die in der westlichen UdSSR lebenden Deutschen nur „Menschenmaterial“ beim Bau des angestrebten Großdeutschen Reiches. Nach dem Zeiten Weltkrieg und kamen Millionen Deutsche aus Russland nach Deutschland. Hier gründeten sie die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, die LmDR. Sie konnte in diesem Jahr ein doppeltes Jubiläum feiern. Ob dies ein Grund zum Feiern war, können Sie hier nachlesen.

f.z.

70 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen

Am 5. August 1950 wurde die Charta der deutschen Heimatvertriebenen verabschiedet. Nach der Wiedervereinigung haben sich die in Sachsen und den anderen neuen Ländern gegründeten Vertriebenenorganisationen die Charta sofort zu eigen gemacht und immer wieder in Publikationen und Vorträgen zu ihr bekannt. Daher soll nur ein Aspekt besonders hervorgehoben werden:

Kein anderes politisches Dokument hat im Laufe der Geschichte so an Anerkennung gewonnen wie die Charta.

Nur eine Minderheit der Öffentlichkeit hat die Verabschiedung der Charta von Anfang an unterstützt, insbesondere die politisch konservative Seite. Ganz überraschend war das allerdings nicht; denn bei der Vorbereitung des Textes der Charta waren Vertreter der Regierung Adenauer eingebunden. Mitglieder der Bundesregierung nahmen an der Verabschiedung durch die Vertreter der Vertriebenen teil und am nächsten Tag, am 6. August, Gäste bei der öffentlichen Proklamation vor fast 150.000 Vertriebenen aus allen Teilen Westdeutschlands. Da es in der DDR keine Vertriebenenorganisationen gab, waren unter den Teilnehmern nur wenige Einzelpersonen aus der DDR.

Von der Regierung der DDR und den mit ihr befreundeten Staaten wurde die Charta immer als ein Dokument des Revanchismus bezeichnet. Mit dem Zerfall des von der UdSSR beherrschten Ostblocks ist diese Kritik obsolet geworden.

Auch in Westdeutschland fand die Charta im politisch linken Spektrum keine Freunde. Die Kritik entzündete sich weniger am Inhalt, sondern an der Tatsache, dass zu den Unterzeichnern mehrere Personen mit einer unbestreitbaren NS-Vergangenheit gehörten.

Im Laufe der Jahrzehnte trat die Kritik an den Mitautoren der Charta in den Hintergrund. Man nahm endlich die Inhalte der Erklärung zur Kenntnis. Bei der Feier des 50. Jahrestages der Charta hob Bundesinnenminister Otto Schily lobend hervor, dass die Vertriebenen sehr früh in der Charta die europäische Einigung „unter Einbeziehung unserer mittel- und osteuropäischen Nachbarn“ gefordert hätten. Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Partei „die Linke“ bezeichnete vor einigen Jahren die Charta als einen Schlüssel für Aussöhnung und Frieden.

Einer der Schlusssätze der Charta hat bleibende Aktualität:

„Die Völker müssen anerkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie aller Flüchtlinge ein Weltproblem ist,…“

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Die Bedeutung der Charta als politische Grundsatzerklärung darf nicht zerredet – bzw. „zerschrieben“ werden. Für alle, die sich näher mit dem Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen befassen, ist aber klar, dass die meisten Forderungen entweder gar nicht oder nur teilweise erfüllt wurden.

Umso wichtiger ist es festzustellen, dass vor allem Ungarn, aber auch Rumänien, Serbien und die baltischen Staaten den deutschen Vertriebenen in vielerlei Hinsicht entgegengekommen sind. Manche Reaktionen waren selbst für Protagonisten der Vertriebenenpolitik erstaunlich. Bereits vor vielen Jahren erklärte ein litauischer Politologe und Hochschullehrer dem Unterzeichner, während der kommunistischen Zeit habe die Regierung immer behauptet, die deutschen Vertriebenen seien Revanchisten und wollten wieder in ihre Heimat zurück. Das habe man
geglaubt. Nach dem Sturz des kommunistischen Regimes hätten die Bevölkerung und die Regierung gehofft, dass sich diese Behauptung erfüllen und die Deutschen bei dem Aufbau des Landes helfen würden. Man sei tief enttäuscht, dass dies nicht der Fall sei.

Friedrich Zempel

30 Jahre BdV-Vogtland

In diesem Jahr konnten viele Vertriebenenorganisationen in Sachsen ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Der BdV-Vogtland hat uns seine aus diesem Anlass herausgegebene Pressemitteilung geschickt. Klicken Sie hier.

Veranstaltung von Verein und Stiftung am 17.10.2020

Der vorgesehene Vortrag über die deutsche Minderheit in Polen musste leider ausfallen, da die Referentin sich in Quarantäne begeben musste. So fand nur in kleinem Kreis eine offene Stifterversammlung statt, in welcher der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes Frank Hirche einen Überblick über den aktuellen Stand des Aufbaus der Begegnungsstätte in Knappenrode gab.

Zuvor übergab Herr Hirche als Vorsitzender des Landesverbandes die posthum an Mario Morgner verliehene Goldene Ehrennadel des BdV der Familie Morgner. Als Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für Vertriebene und Spätaussiedler würdigte Dr. Jens Baumann Herrn Morgners Verdienste. Die von Prof. Dr. Schirotzek gehaltene Laudatio auf Mario Morgner finden Sie hier. Weiter überreichte Herr Hirche eine Goldene Ehrennadel des BdV an Friedrich Zempel. Eine erweiterte Fassung der von Herr Hirche gehaltenen Laudatio ist hier abrufbar.

Frank Hirche bei der Übergabe der goldenen Ehrennadel an Friedrich Zempel

75 Jahre Konferenz von Potsdam

Als man versuchte,

den Teufel durch Beelzebub auszutreiben.

Vortrag von Friedrich Zempel,

Vorsitzender des Vereins Erinnerung und Begegnung e.V.,

18. August 2020, 13:00 Uhr,

Freiberg, Gastsätte Brauhof

Einen Vorabdruck seines Vortrages können Sie hier herunterladen.

Öffnungszeiten des Hauses der Heimat

Die Öffnungszeiten des Hauses der Heimat bleiben unverändert Donnerstag bis Sonnabend

14:00 bis 17:00 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 035828/70684.

Bitte beachten Sie die jeweils geltenden Pandemiebestimmungen.

Erinnerung, Begegnung, Integration

Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen

Unsere Arbeit geht trotz Corona weiter

Spenden Sie für das dauerhaft gesicherte Grundvermögen (nicht für den Verbrauch bestimmt)

Stiftungskonto: IBAN: DE 12 8705 2000 0190 0222 05

Die vergessenen Leiden einer geteilten Nation

1950 – Der Beginn des „kleinen“ Weltkrieges

Wenn man vor der Wiedervereinigung bei internationalen Messen oder Treffen von Akademikern auf die deutsche Teilung zu sprechen kam, erntete man in der Regel Schulterzucken und den Hinweis, wir seien selbst schuld; denn wir hätten den Zweiten Weltkrieg begonnen. Waren Südkoreaner unter den Gesprächsteilnehmern, widersprachen sie. Sie wiesen darauf hin, dass ihr Land ebenfalls geteilt sei, obwohl es zu den unbestrittenen Opfern des Zweiten Weltkrieges gehört habe. Im Übrigen zeigten sie sich über die politische Lage Deutschlands viel besser informiert als die Angehörigen der westlichen Nachbarländer. Dieses Interesse und diese Empathie beruhten auf Gegenseitigkeit. Die deutschen Gesprächsteilnehmer waren über die Lage in Korea viel besser informiert als die Angehörigen anderer Nationen.

Mit der deutschen Wiedervereinigung vor 30 Jahren scheint in Deutschland die Teilung Koreas in Vergessenheit geraten zu sein. Daher soll mit zwei Aufsätzen an den Beginn des Koreakrieges vor 70 Jahren, der die Teilung des Landes zementierte, erinnert werden. Dies ist keine historische Reminiszenz wie die Erinnerung an die napoleonischen Kriege, sondern ein Hinweis, dass auf der koreanischen Halbinsel der längste, gefährlichste und unberechenbarste internationale Konflikt der Weltgeschichte köchelt wie ein schlafender Vulkan.

Der erste Aufsatz von Prof. Dr. Kyung-Hee Chung befasst sich mit der Frage, wie es zu dem Koreakrieg kam. Der zweite Beitrag gibt einen Überblick über den Verlauf des Krieges.

Der Brief Kim Il-Sungs

Geschichte des Koreakrieges

Friedrich Zempel

Aufruf der Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler

in Sachsen, Niedersachsen, NRW, Hessen und Bayern

Mit einem Aufruf zum Gedenken an die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsdeportation sowie zur Erinnerung an das Schicksal der deutschen Minderheiten in den Staaten Mittel- und Osteuropas sowie in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten haben sich die Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler an die Öffentlichkeit gewandt. Wir bringen den Lesern unserer Internetseite diesen Aufruf zur Kenntnis.

Zum vollständigen Aufruf

Die Vertreibung der Deutschen aus Mittel- und Osteuropa

im und nach dem Zweiten Weltkrieg Ausgewählte Fakten

Vor 75 Jahren erlebten die Deutschen in Mittel- und Osteuropa den Höhepunkt ihrer Vertreibung. In der vorangegangenen Aktualisierung hatten wir bereits einige Zeitzeugenberichte veröffentlicht. Weitere Berichte werden wir noch veröffentlichen. Gespräche zeigen immer wieder, dass die Dimension der Vertreibung sogar den Vertriebenen bzw. deren Nachkommen nicht bekannt ist. Daher haben wir in einem Aufsatz die wichtige Fakten zusammengefasst. Sie können ihn unter dem nachfolgenden Link lesen.

Zum Aufsatz

Liebe Leser

die neuste Ausgabe unserer Verbandszeitung mit vielen aktuellen Informationen finden Sie in der Rubrik "Verbandszeitung". Außerdem können Sie dort alle bisherigen Ausgaben nachlesen.

Über Rückmeldungen würden wir uns freuen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr

Friedrich Zempel

Von Schlesien nach Madrid

Ein Mädchen erlebt Flucht und Vertreibung

Hannelore S. wurde 1936 in Oberschlesien geboren. Sie erlebte eine behütete Kindheit. Auch der Beginn des Zweiten Weltkrieges hinterließ im Gedächtnis des Kindes keine besonderen Spuren. Sie erinnert sich lediglich, dass in ihrem Dorf häufig Soldaten zu sehen waren.

Die Einberufung ihres Vaters war der erste Einschnitt in ihre Kinderwelt. Viele Jahre später erfuhr sie, dass er in der russischen Kriegsgefangenschaft gestorben war.

Bei Kriegsende begann für sie mit der Flucht aus Oberschlesien eine Odyssee durch viele europäische Länder. Ende der Sechzigerjahre wurde sie in Spanien heimisch. Kontakte in ihre schlesische Heimat pflegte sie immer weiter.

Ihr bewegtes Leben als Vertriebene schilderte sie vor kurzem dem Vorsitzenden des Vereins Erinnerung und Begegnung e.V., Friedrich Zempel, in einem Interview, das wir in dem Abschnitt Aufsätze/Beiträge eingestellt haben.

f.z.

Frau Hannelore Schimmer mit ihrer Nichte Beate aus Freital in einer Interviewpause in ihrer Wohnung in Madrid
Frau Hannelore Schimmer mit ihrer Nichte Beate aus Freital in einer Interviewpause in ihrer Wohnung in Madrid

Aufruf an die Deutschen aus Russland und den Nachfolgestaaten der UdSSR

Spenden Sie Dokumente, Fotos und Ausstellungsstücke für unsere Erinnerungsstätte in Knappenrode/Hoyerswerda.

In Knappenrode werden wir eine Erinnerungs-, Begegnungs- und außerschulische Bildungsstätte errichten. Für diese Einrichtung suchen wir dringend Erinnerungsstücke der Deutschen aus Russland.

Wir kennen Ihre Geschichte. Wir wissen, dass Sie so gut wie keine Gegenstände aus den früheren Heimatgebieten an der Wolga den vielen anderen Siedlungsgebieten in der früheren UdSSR nach Sachsen mitbringen konnten. Für uns sind aber auch wichtig:

Briefe und sonstige Dokumente, Fotos, Bilder, Bücher und Kleidungsstücke, auch aus der Zeit nach der Entlassung aus der Trudarmee, beispielsweise der Schriftverkehr über ihre Aussiedlung und natürlich auch Gegenstände wie Geschirr und Haushaltsartikel.

Selbst ein paar Stricknadeln sind für uns wichtig, wenn sie mit einer Geschichte verbunden sind. Wenn Sie sich nicht zutrauen, die Geschichten selbst aufzuschreiben, helfen wir Ihnen gerne.

Vor einigen Monaten haben wir von einer Deutschen aus Georgien ein Gesangbuch bekommen. Die Eigentümerin hatte zunächst Bedenken, es uns zu übereignen, weil es schon stark zerfleddert war. Aber gerade dieser Zustand war für uns wichtig; denn er ermöglichte uns, die Geschichte der Familie seiner Eigentümerin zu erzählen. Mit einer druckfrischen Ausgabe hätten wir das nicht tun können. Die Geschichte musste die Eigentümerin nicht selbst aufschreiben. Wir habe sie interviewt.

Sie können sich gerne direkt an die Stiftung der Vertriebenen, Heinrich-Heine-Straße 6A, 02977 Hoyerswerda oder an die Vorsitzenden Ihrer landsmannschaftlichen Gliederung wenden.

Friedrich Zempel

PS. Natürlich sind wir auch an den gleichen Erinnerungsstücken aus den Herkunftsgebieten der anderen Vertriebenen und Spätaussiedlern interessiert.

Tanzkreis Rübezahl aus Deutsch-Paulsdorf bei Görlitz

Im Bild: Das Kinder-und Jugendensemble Sonnenschein des DRZ Leipzig im Plenarsaal des Sächsischen Landtages

Falls es Vorschläge, Hinweise oder Beiträge gibt, bitte wenden Sie sich an das Team über die Kontaktseite. Dort finden sie den Link zum Postfach des Vereins.