Erinnerung und Begegnung e.V.
im
Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen / Schlesische Lausitz

Wir begrüßen Sie auf unserer Internetseite www.vertriebene-in-sachsen.de

Vortragsveranstaltung

Die Kindergeneration der Vertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler
Allgemeine Betrachtungen und Fallstudien

Prof. Dr. Anton Sterbling, Fürth,
08. Oktober 2022, 14:00 Uhr,
Dresden, Lingnerallee 3, Eingang Nord, linker Flur, Raum 3019.

Vor dem Haus befindet sich ein großer öffentlicher gebührenpflichtiger Parkplatz.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Ministerpräsident Michael Kretschmer überreicht Bundesverdienstkreuz an Friedrich Zempel

Ministerpräsident Michael Kretschmer überreicht Bundesverdienstkreuz an Friedrich Zempel
Ministerpräsident Michael Kretschmer überreicht Bundesverdienstkreuz an Friedrich Zempel

Im Rahmen einer Feierstunde in der sächsischen Staatskanzlei hat Ministerpräsident Michael Kretschmer am 7. Juli Friedrich Zempel mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, das ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen hat.

In seiner Laudatio führte Ministerpräsident Kretschmer aus, dass Friedrich Zempel sich seit einer Reihe von Jahren in vielfältiger Weise um die Belange der Vertriebenen und Spätaussiedler und der Studenten aus den Mittel- und osteuropäischen Staaten verdient gemacht habe.

In einer Mitteilung an die Vorstände der Organisationen der Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen erklärte der Geehrte, dass er diese Ehrung als Würdigung der gemeinsamen Arbeit betrachte. Seine Arbeit sei nur ein Teil des großen gemeinsamen Projektes, die Kultur der deutschen Siedlungsgebiete im Osten, die Erinnerung an diese Gebiete und die Begegnung mit den heutigen Bewohnern zu pflegen.

Red.

Kurzbericht über das 10. Treffen der Chöre am 3. Juli 2022 in Reichenbach/Schlesische Lausitz

Ein Segen besonderer Art liegt über den seit 11 Jahren stattfindenden sommerlichen Treffen der Chöre der Vertriebenen und Spätaussiedler aus Sachsen mit Chören aus dem benachbarten Ausland. Das Wetter war immer gut und die Stimmung auch.

Es ist ein besonders schönes Erlebnis, wenn man zeitig vor dem Beginn des Gottesdienstes bei aufsteigender Sonne über den Vorplatz der St. Johannes-Kirche in Reichenbach geht. Die Kirche liegt in der Mitte einer kleinen parkähnlichen Grünanlage, die alte Häuser und kurze Mauerabschnitte umgeben. Man hört keinen Straßenlärm, sondern nur die Vögel in den großen alten Bäumen. Hinter einem Mauerabschnitt befindet sich ein weiteres ungewöhnliches bauliches Ensemble bestehend aus alten Bürgerhäusern und dem neuen Rathaus. Der Architekt des Rathauses hatte eine glückliche Hand. Die Fassade ist ein Bekenntnis zur Moderne, ohne die Formensprache der vergangenen Jahrhunderte zu desavouieren. Zu den
historischen Gebäuden gehört das „Nollau-Haus“, in dem an den aus Reichenbach stammenden Pastor Ludwig Eduard Nollau erinnert wird. Er wanderte im 19. Jahrhundert in die USA aus, um dort deutsche Protestanten zu betreuen. Seine Arbeit wurde so wertgeschätzt, dass man ihn zum Bischof wählte. Das größte alte Gebäude des Ensembles wurde vor einigen Jahren für kulturelle Veranstaltungen zum „Via-Regia-Haus“ umgebaut. Gleich dahinter liegt der Marktplatz mit seinem alten Brunnen. Leider ist der Marktplatz am Sonntag leer. Trotzdem vermittelt er Beschaulichkeit und weckt das Bedürfnis, hier einmal an einem Markttag zu bummeln.

Zur Kirche zurückgekehrt wird man Pastor Wiesener und seine Mitarbeiter erleben, wie sie den Festgottesdienst und das anschließende Kirchenkaffee vorbereiten. Der Besucher merkt, dass er willkommen ist.

Ein besonderes Erlebnis war in diesem Jahr der Festgottesdienst unter Leitung von Pastor Wiesener. Bischöfin Rinecker von der evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz begrüßte ausdrücklich die Vertriebenen und Spätaussiedler. Ihre Grußworte stellte sie unter einen Vers aus dem Lukasevangelium (19/10): „Der Menschensohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ Diese Jesuworte bezog sie auf alle, die ihre Heimat verloren haben.

Der größte Teil des Gottesdienstes wurde von einer Gruppe junger Vikare mit Wort- und musikalischen Beiträgen gestaltet. Die Wortbeiträge befassten sich mit eigenem Erleben oder dem ihrer Verwandten über Verluste und schmerzhafte Veränderungen. Auch die Vertreibung ihrer Großeltern aus der Heimat und die Flucht aus der Ukraine wurden angesprochen. Sie machten deutlich, dass Flucht und Vertreibung Menschheitsprobleme sind.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde eine Festveranstaltung durchgeführt. Frank Hirche, Vorsitzender des Landesverbandes der Vertriebenen im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz, konnte eine Reihe von Ehrengästen, zwei Chöre aus dem polnischen Schlesien, mehrere Chöre aus Sachsen, Reichenbacher Bürger, Vertriebene und Spätaussiedler begrüßen. In ihrem Grußwort bekannte sich Bürgermeisterin Dittrich zur Unterstützung der Organisationen der Vertriebenen bei der Durchführung ihrer Veranstaltungen. Der sächsische Beauftragte für die Angelegenheiten der Vertriebenen und Spätaussiedler, Dr. Baumann vom Staatsministerium des Innern, begrüßte insbesondere die Aktivitäten der in der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR) zusammengeschlossenen Spätaussiedler sowie anderer Vertriebener für Flüchtlinge aus der Ukraine unabhängig von ihrer Volkszugehörigkeit. Daniel Wendorf, Doktorand aus Dresden, berichtete über seine Forschungsarbeit über die Aufnahme der Vertriebenen in Dresden nach dem Zweiten Weltkrieg.

In der Mittagspause konnten sich alle Teilnehmer an dem Kuchenbuffet der Kirchengemeinde sowie an Imbiss- und Getränkeständen stärken. Am Nachmittag gaben Chören der deutschen Minderheit aus Krappitz/Krapkowice und Waldenburg/Walbrzych, der Jugendchor „Sonnenschein“ aus Leipzig, der Chor „Lipa“ aus Leipzig sowie die Chöre „Silberklang“ und „Heimatmelodie“ ihr lang erwartetes Konzert. Obwohl die Pandemie die Übungsmöglichkeiten stark begrenzt hatte, konnten sie die Besucher durch die Qualität ihrer Darbietungen überzeugen. Sie wurden mit lebhaftem Beifall belohnt.

Die Arbeit der Chöre ist nach wie vor das wichtigste Standbein der Breitenarbeit der Vertriebenen und Spätaussiedler.

Friedrich Zempel

Die Förderung der Kultur der Vertriebenen und Spätaussiedler ist eine staatliche Aufgabe.

Vor 65 Jahren

Am 22 Juli 1957 trat die Neuregelung des § 96 BVFG in Kraft.

In politischen Gesprächen im Bekanntenkreis oder mit Politikern entsteht häufig der Eindruck, die Förderung der Arbeit der Verbände der Vertriebenen und Spätaussiedler sei ein Gnadenbeweis, der nach Belieben gewährt oder verweigert werden kann. Diese Annahme ist falsch. Bereits das Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (BVFG – Bundesvertriebenengesetz) von 1953 enthielt in § 96 eine Regelung über die Aufgaben des Bundes und der Länder bei der Kulturförderung. Am 22 Juli 1957 wurde diese Vorschrift geringfügig geändert. Seither, seit 65 Jahren, hat sie unverändert den folgenden Wortlaut:

§ 96 Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge und Förderung der wissenschaftlichen Forschung

Bund und Länder haben entsprechend ihrer durch das Grundgesetz gegebenen Zuständigkeit

das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewusstsein

der Vertriebenen und Flüchtlinge,
des gesamten deutschen Volkes
und des Auslandes

zu erhalten,

Archive, Museen und Bibliotheken zu sichern, zu ergänzen und auszuwerten

sowie Einrichtungen des Kulturschaffens und der Ausbildung sicherzustellen und zu
fördern.

Sie haben Wissenschaft und Forschung bei der Erfüllung der Aufgaben, die sich aus der Vertreibung und der Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge ergeben,

sowie die Weiterentwicklung der Kulturleistungen der Vertriebenen und Flüchtlinge zu fördern.

Die Bundesregierung berichtet jährlich dem Bundestag über das von ihr Veranlasste. Man muss kein Jurist sein, um bei der Lektüre des Textes zu erkennen, dass durch dieses Gesetz für den Bund und die Länder die Verpflichtung statuiert wird, die Kultur der Vertriebenen und Flüchtlinge zu fördern - in eigenen und fremden Einrichtungen sowie durch die Vertriebenen und Flüchtlinge selbst. Bedauerlich ist, dass die Berichtspflicht über das Veranlasste nur der Bundesregierung und nicht den Länderregierungen auferlegt wurde. Dieser Verpflichtung kommt die Bundesregierung regelmäßig nach. Den aktuellen Bericht über die Jahre 2019 und 2020 können Sie hier herunterladen.

Dank an die polnischen Medien

Am letzten Wochenende im April hat die Landsmannschaft Schlesien / Landesgruppe Sachsen wieder Pflegearbeiten auf einem früheren deutschen evangelischen Friedhof in Schlesien durchgeführt. Diesmal ging es in das (vermutlich) 800-jährige Reichenbach / Dzierzoniow im Eulengebirge. Auch in der alten Tuchmacherstadt wurden ihre Arbeiten, wie zuvor in anderen schlesischen Städten, durch die örtliche Behörden und Vereine unterstützt. Das polnische Fernsehen, der Regionalrundfunk und die Regionalzeitungen berichteten ausführlich und positiv. Berührungsängste gab es keine; denn in Polen darf man, anders als in Sachsen, sich als Mitglied der Landsmannschaft Schlesien bekennen, ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden.

Kenner der deutsch-polnischen Verhältnisse sind über diese Tatsache sicherlich nicht überrascht.

Erstaunlich ist nur, dass die Mehrheit der deutschen Medien und damit auch die Mehrheit der Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis nimmt, dass schon seit vielen Jahrzehnten zwischen Familien, auf der kommunalen Ebene sowie zwischen polnischen Vereinen und deutschen Vertriebenenverbänden die Zusammenarbeit ausgesprochen gut ist. Die leidvolle Vergangenheit ist für diese Kontakte kein Hindernis.

Vielmehr engagieren sich oft auf beiden Seiten gerade die Menschen, die selbst oder deren Angehörige während des Krieges oder danach großes Leid erfahren haben. Sie greifen seit dem Zerfall der kommunistischen Regime die bestehende Möglichkeit zur gegenseitigen Beziehungspflege mit großer Begeisterung auf. Sie betrachten die Pflege der Beziehungen nicht als pflichtgemäße Versöhnungsarbeit, die nach der „Absolution“ endet, sondern als dauerhafte Bereicherung ihres Lebens.

Die deutsch-polnischen Beziehungen leiden oft an Sprachproblemen; denn viele Polen sprechen Deutsch, die Deutschen aber nicht Polnisch. Dieser Peinlichkeit mussten sich die Landsmannschaft nicht aussetzen.

Zu ihrer Gruppe gehörten auch Polnisch sprechende Mitglieder.

Red.

Leserbrief betreffend die Kürzung des muttersprachlichen Deutschunterrichts in Polen

Sehr geehrte Redaktion!

Die Mitteilung und der hervorragende Kommentar vom Vorsitzenden der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, Herrn Bernard Gaida, zu dem Thema der Minderung oder Auslöschung des Deutschunterrichts und der schon stillschweigend erfolgten Reduzierung der Deutschstunden pro Woche für Schüler der älteren Jahrgangsstufen der deutschen Minderheit macht einen europäisch und nicht nur nationalistisch denkenden Menschen schon sehr ärgerlich.

Wenn ein polnischer Abgeordneter wie Herr Janusz Kowalski und der Ministerin für Bildung und Wissenschaft, Herr Przemyslaw Czarnek, die deutsche Minderheit durch die drastische Kürzung der Finanzmittel umerziehen oder vielleicht für irgendwelche politischen Differenzen strafen und zu rein polnisch sprechenden Bürgern machen wollen, ist das antieuropäisch und kontraproduktiv für ein verständnisvolles Miteinander. Wie sollen sich dann NATO-verbündete Soldaten in breitem Konsens verständigen und brüderlich bewegen können, wenn das nur über wenige Dolmetscher geht? Wie ist das Würdigen der historischen Kultur und das Begreifen auch von Größe oder Fehler des Nachbarvolkes denkbar, wenn die im eigenen Nationalstaat für vorhandene Minderheit schikaniert wird. –

Ich weiß noch, wie alle meine väterlichen väterlich-seitigen Geschwister und Voreltern in der früheren Preußen Provinz Posen mit ihren polnischen Klassenkameraden/innen auf dem Lande aufwuchsen und sich bestens bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts brieflich verständigen konnten, freundschaftlich und an der Politik vorbei. Es hat nie geschadet – die Freundschaft der Schulkameraden überdauerten den Hitler und den Stalin. Man blieb Polin/Pole und Deutsche/Deutscher. Der umständliche Umweg über eine Drittsprache mit allen möglichen Missverständnissen war nie erforderlich. Insofern ist das Reduzieren der deutschsprachigen Stunden engstirnig und beinahe schon rassistisch. Das sollte – auch angesichts der
augenblicklichen russisch-ukrainischen Krieges – zwecks Förderung der deutsch-polnischen-europäischen Verstehens, auch im Sinne eines progressiven Minderheitenschutzes unbedingt auch von dem oben genannten Abgeordneten Kowalski und dem Minister Czarnek beachtet werden.

Deutschland hat um 1916 geholfen, die polnische Nation aufzubauen! Das möge man nicht übersehen.

Wolfgang Liebehenschel

Naturforscher und Poet zugleich

Erinnerung an Emil Barber der vor 105 Jahren in Görlitz verstarb

Emil Barber, ein schlesischer Lehrer aus Görlitz, ist immer seiner Heimat treu geblieben. Auch ohne höhere akademische Weihen hat er überragende Verdienste um die Erhaltung und Dokumentation des niederschlesischen Dialekts und die Erforschung der Pflanzenkunde in Niederschlesien erworben. Vor 105 Jahren ist er verstorben. Wolfgang Liebehenschel, ein Görlitzer, der sich seit Jahrzehnten von Berlin aus um die Pflege des geistigen Erbes Niederschlesien verdient gemacht hat, erinnert in einem kleinen Beitrag, den Sie hier herunterladen können, an diesen bedeutenden Görlitzer.

Teilrehabilitierung für Agnes Miegel

Agnes Miegel ist für viele Ostpreußen die große Heimatdichterin. Obwohl sie weder verheiratet war noch Kinder hatte, war sie immer der Jugend zugewandt. Als in den sechziger Jahren in Göttingen ein ostpreußisches Studentenwohnheim gebaut wurde,
schrieb sie für die Grundsteinlegung ein Gedicht, das mit in den Grundstein eingemauert wurde.

Die meisten Deutschlehrer empfinden jedoch keine Sympathie für die Dichterin. Schüler, die wegen ihrer ostpreußischen Wurzeln im Deutschunterricht vorschlagen, einmal ein Gedicht oder eine Ballade von Agnes Miegel zu behandeln, müssen damit rechnen, dass die Lehrer ihre demokratische Gesinnung in Zweifel ziehen.

In der Tat hat Agnes Miegel Lobhudeleien auf Hitler und das NS-Regime zu einer Zeit verfasst, als dessen verbrecherischer Charakter bereits offensichtlich war. Vor wenigen Wochen ist nun das Buch „Jeder schreibt für sich allein“ von Anatol Regnier
erschienen, in dem sich der Autor mit dem Verhalten der während der NS-Zeit in Deutschland verbliebenen Schriftsteller befasst. Die Lektüre desillusioniert den Leser.

Regnier weist nach, dass die ganz große Mehrheit der in Deutschland verbliebenen Autoren sich gegenüber dem Nationalsozialismus opportunistisch verhalten hat. Zu ihnen zählen auch „Großschriftsteller“, die heute in der Öffentlichkeit nicht unter dem
Verdikt der NS-Nähe zu leiden haben wie Agnes Miegel. Carl von Ossietzky und Heinrich Mann gehörten zu den ganz wenigen Ausnahmen. Vor diesem Hintergrund relativiert sich Agnes Miegels Anbiederung; zumal sie, wie Regnier konzediert, viel unpolitischer war als andere Schriftsteller, mit denen er sich auseinandersetzt, etwa Gottfried Benn oder Hans Fallada, die weder in die innere noch in die tatsächliche Emigration gingen.

Für jeden Liebhaber Ostpreußens ist daher das auch sonst höchst lesenswerte im C. H. Beck-Verlag erschienene Buch von Regnier zumindest eine Teilrehabilitierung für Agnes Miegel.

Nachbemerkung:

In der Reihe der Autoren, mit denen sich Regnier kritisch auseinandersetzt, fehlt leider eine Frau, die manchem Schüler als positives Gegenbeispiel zu Agnes Miegel vorgehalten wird, Luise Rinser. Er erwähnt sie nur in einem Halbsatz. Nach dem Krieg
trat sie immer gehüllt in ein „Widerstandsmäntelchen“ auf und sprach mit Verachtung über Mitläufer. Heute weiß man, dass auch sie dem NS-Regime blumige Kränze geflochten und ihre dichterische Begabung dazu benutzt hat, einen gegen sie
gerichteten Prozess vor dem NS-Bluthund Roland Freisler zu erfinden.

Friedrich Zempel

Vor 80 Jahren

Der schlesische Widerständler Kurt Steffelbauer wird hingerichtet

Am 21 Mai 1942 wurde der schlesische Widerstandskämpfer Kurt Steffelbauer hingerichtet. Seine Geburtsstadt Görlitz hat ihn bisher leider nicht angemessen gewürdigt. Eine Erinnerung an den entschlossenen Kämpfer gegen das NS-Regime können Sie hier herunterladen.

Was ein junger Deutscher aus Oberschlesien mit der deutschen Sprache verbindet

Ich finde, dass die deutsche Sprache die Mentalität der Deutschen bestens widerspiegelt. Man hört aus den Wörtern die Arbeitsmoral, die Präzision, Gewissenhaftigkeit und Ordentlichkeit heraus. Sie ist etwas ganz Besonderes. Es gibt Wörter, die unübersetzbar sind und in viele andere Sprachen übernommen wurden.

Schadenfreude zum Beispiel. Es ist nicht überraschend, dass die Deutschen dieses unrühmliche Phänomen der Menschen so prägnant festhielten. Menschen auf der ganzen Welt kennen dieses Gefühl, aber die Deutschen waren ehrlich und kreativ
genug, daraus ein Wort zu machen. Sie bringen alles auf den Punkt. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im sprachlichen Ausdruck. Das gefällt mir.

Dennis

„Aus Liebe zu Deutschland – Ein Warnruf“

„Aus Liebe zu Deutschland – Ein Warnruf“ ist der Titel eines Buches, das vor einigen Wochen den Weg in die Buchhandlungen gefunden hat. Wenn man den Titel liest, ist man nicht verwundert, wenn man erfährt, dass der Autor unter Polizeischutz leben muss.

Das Buch befasst sich an keiner Stelle mit Angelegenheiten der Vertriebenen und Spätaussiedler.

Dennoch soll es für Sie besprochen und empfohlen werden. Es ist eine so schonungslose Analyse der politischen Verhältnisse in Deutschland, dass Sie es unbedingt lesen sollten.

Eine etwas eingehendere Rezension können Sie hier herunterladen.

Red.

Eine Anmerkung zum Zeitgeschehen

Dr. Robert Habeck und die preußischen Tugenden

Zu anderen Zeiten wäre ein im März ergangener Aufruf von Wirtschaftsminister Robert Habeck, mit Energie sparsam umzugehen, der Anlass für eine Satire gewesen; denn bisher hat man in dem Vokabular der Grünen das Wort „Sparsamkeit“ vermisst.
Das wichtigste Ziel der Grünen ist zweifellos die Nachhaltigkeit, die sie aber anscheinend ohne Sparsamkeit erreichen wollen. Bestenfalls wird von „Ressourcenschonung“ gesprochen und geschrieben. „Sparsamkeit“ war und blieb – bisher - ein Unwort.
Diese Sparsamkeitsphobie ist zu bedauern; denn Nachhaltigkeit lässt sich nicht ohne Sparsamkeit realisieren.

Sparsamkeit ist eine Tugend ebenso wie Pflichtbewusstsein, Höflichkeit, Fleiß und Pünktlichkeit, um nur einige zu nennen. Auch diese Tugenden sind für ein Gemeinwesen und für das Erreichen der Nachhaltigkeit sicherlich nicht schädlich. Sie wurden aber in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts als „Sekundärtugenden“ verunglimpft, weil sie als preußische Tugenden galten und auch die Beachtung dieser Tugenden Hitler nicht verhindert hätte.

Den „Sekundärtugenden“ stellte der Philosoph Josef Pieper die „Primärtugenden“ Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung usw. gegenüber. Sicherlich konnte jemand, der alle Primärtugenden beachtet hat, kein willfähriger Nazi werden - Mitläufer dagegen schon.

Auch wenn man diese Primärtugenden noch um die Einforderung und Wahrnehmung demokratischer Rechte ergänzt, scheinen sie nicht ausreichend zu sein, um die gegenwärtigen Anforderungen an die Bürger, nicht die Spießbürger, in unserem Gemeinwesen zu beschreiben. Es bleibt die Frage, was mit der Anerkennung der Primärtugenden erreicht werden kann, wenn sie nicht aufgrund eines als preußisch diffamierten Pflichtbewusstseins umgesetzt werden.

Wer sein Haus mit Solarthermie und Fotovoltaik ausstatten will, wird in den Beratungen erleben, dass die Berater krampfhaft versuchen, den Einsatz dieser Techniken schön bzw. wirtschaftlich zu rechnen. Mit etwas technischem Verstand wird man jedoch erkennen, dass dies „Milchmädchenrechnungen“ sind. Ein guter Berater wird daher nicht umhinkommen, bei seinen Klienten an das Pflichtgefühl gegenüber kommenden Generationen zu appellieren und ihnen raten, die Mehrkosten durch Sparsamkeit an anderer Stelle zu refinanzieren und auf diese Weise preußische Tugenden dem Vergessen entreißen.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen für den Wert preußischer Tugenden. Die Benutzung des eigenen Pkw oder eines Flugzeuges spart oft Zeit und Geld. Nur das bereits erwähnte Pflichtgefühl gegenüber kommenden Generationen kann uns dazu bringen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

Vielleicht sind die preußischen Tugenden nur deswegen in Verruf geraten, weil sie auch den Gebildeten unbequeme Pflichten auferlegen.

Friedrich Zempel

Wie ein schlesischer Dorfmusiker einer der bedeutendsten Orchesterleiter des 19. Jahrhunderts wurde

Den 120. Todestag von Benjamin Bilse aus Liegnitz am 13. Juli nimmt Wolfgang Liebehenschel zum Anlass, Ihnen dessen Geschichte zu erzählen. Sie können Sie hier herunterladen.

Trost und Zuflucht im Glauben

Im Bistum Dresden-Meißen fanden Tausende katholische Vertriebene eine neue Heimat

Im Juni 2021 konnte das katholische Bistum Dresden-Meißen den 100. Jahrestag seiner Wiedererrichtung begehen. Grund zum Feiern hatten auch die katholischen Vertriebenen in Sachsen und im östlichen Thüringen, haben sie ihre Kirche doch seit 1945 entscheidend mitgeprägt. Etwa drei Viertel der Katholiken, die heute zwischen Altenburg und Zittau leben, sind Heimatvertriebene oder Nachkommen von Vertriebenen.

Das heutige Bistum Dresden-Meißen – so die offizielle Bezeichnung seit 1980 – umfasst das links der Neiße gelegene Gebiet Sachsens in den Grenzen von 1815 sowie das östliche Thüringen.

Vorläufer der heutigen Diözese war das mittelalterliche Bistum Meißen, das 968 im Zuge der deutschen Ostkolonisation errichtet wurde und in der Reformationszeit bis auf einen Restteil in der Lausitz untergegangen ist.

Als das Bistum 1921 zu neuem Leben erweckt wurde, war es die ärmste Diözese in Deutschland, lebten hier doch lediglich 180.000 Katholiken. Ein Vierteljahrhundert später strömten etwa eine halbe Million katholische Flüchtlinge und Vertriebene nach Sachsen und in das östliche Thüringen.

Sie kamen vor allem aus Schlesien, dem ostpreußischen Ermland, dem Sudetenland und den ungarndeutschen Siedlungsgebieten. Bis 1949 wuchs die Zahl der katholischen Christen im Bistumsgebiet auf 700.000 an.

Durch den Zustrom von Gläubigen wandelte sich die katholische Kirche in Sachsen zu einer „Flüchtlingskirche“ und stand vor einer Vielzahl von pastoralen und caritativen Herausforderungen. In ihren neuen Kirchgemeinden fanden die Vertriebenen Trost und Zuflucht.

Sie konnten in kirchlichen Räumen Bräuche aus ihren Heimatgebieten pflegen und sich bei großen Wallfahrten treffen. Auf eine spezifische Vertriebenenseelsorge musste jedoch aufgrund der politischen Verhältnisse in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. DDR weitgehend verzichtet werden. Besondere Regelungen gab es nur in der Zeit von 1948 bis 1951 für die vertriebenen Ungarndeutschen.

Die meisten der Priester, die im Bistum in den letzten 75 Jahren geweiht worden sind, kommen aus Vertriebenenfamilien oder haben noch selbst die Vertreibung miterlebt. Über Jahrzehnte wurde die katholische Kirche in Sachsen und Ostthüringen durch zwei Bischöfe geprägt, die aus Schlesien stammten: Gerhard Schaffran (1912 – 1996) und Joachim Reinelt (geb. 1936).

Durch das allmähliche Wegsterben der „Erlebnisgeneration“ und den grundlegenden gesellschaftlichen Wandel ist die Zahl der Gläubigen im Bistum Dresden-Meißen auf etwa 140.000 zurückgegangen. Zu bewahren, was die Vertriebenen einst in ihrem „geistlichen Fluchtgepäck“ mitgebracht haben, bleibt eine Aufgabe und Herausforderung für die Nachgeborenen.

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema, der im Deutschen Ostdienst Nr. 3/2021 veröffentlicht worden ist, können Sie hier nachlesen.

Peter Bien

Die Schwierigkeiten bei der Erhaltung eines Denkmals für die beim Kampf um die deutsche Ostgrenze am Ende des I. Weltkriegs gefallenen Eisenbahner

Seitdem die Eisenbahner nicht mehr Beamte sind, machen sie in erster Linie durch Streikaktionen von sich reden. Das war zuvor anders. Vor etwas mehr als 100 Jahren haben die deutschen Eisenbahner an der neu gezogenen Grenze zwischen dem Deutschen Reich und der Rzeczpospolita Polska, der Republik Polen, versucht, die Folgen der Grenzziehung für die Bevölkerung abzumildern und gleichzeitig dafür gekämpft, dass die Provinz Posen, oder zu mindestens ein Teil der Provinz, bei Deutschland bleibt. Zu Ehren der gefallenen Eisenbahner wurde in den zwanziger Jahren in Frankfurt an der Oder eine Gedenkstätte errichtet. Wie schwer es ist, diese Gedenkstätte zu erhalten, können Sie dem hier beigefügten Artikel entnehmen.
Red.

  • 10 Jahre „Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler Sachsen/Schlesische Lausitz“ (LVS)
  • 30 Jahre Organisationen der Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen und der Schlesischen Lausitz
  • Wichtige Jahrestage im Jahr 2021

Nach der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung wurden vor 30 Jahren die Organisationen der Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen gegründet. Vor 10 Jahren entstand der Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler (LVS).

2021 jährten sich außerdem viele andere für die Vertriebenen und Spätaussiedler wichtige Ereignisse. Beispielsweise die Deportation der Deutschen in Russland im Jahr 1941 und die Deportation der deutschen Minderheit im Banat im Jahr 1951. Diese
Anlässe waren Gegenstand der Festrede von Friedrich Zempel beim Treffen der Chöre der Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen mit Gästen aus Polen, das am Tag der Deutschen Einheit durchgeführt wurde. Die vollständige Rede können Sie hier herunterladen.

Red.

Deportationen – Literarische Blickwinkel

Hrsg. Albert Bohn und Anton Sterbling
Pop Verlag 2021 - ISBN 978 – 3 – 86356 – 333-2 - Preis: 21 €

Problematische Ereignisse, die uns nicht betreffen verdrängen wir gerne. Wenn von dem Banat gesprochen wird, denkt man zunächst an den Dichter Nikolaus Lenau. Vielleicht erinnern wir uns noch daran, dass die Donauschwaben einst mit den „Ulmer Schachteln“ in ihre neue Heimat aufgebrochen sind. Wer Spätaussiedler aus dem Banat getroffen hat, freute sich, dass sie ein gepflegtes Deutsch sprechen, das in Deutschland bereits ausgestorben ist. Vor allen Dingen die zuletzt genannte Tatsache verleitet zu der irrigen Annahme, den Deutschen in Rumänien sei es immer gut gegangen. Ihre Leiderfahrungen sind bekannt wenig. Die Donauschwaben im Banat wurden zweimal deportiert 1945 und 1951.

Die Herausgeber des Sammelbandes „Deportationen – literarische Blickwinkel“ füllen diese Wissenslücke. Sie haben Gedichte, Erzählungen und Aufsätze von 11 Dichtern bzw. Schriftstellern in einem etwa 300 Seiten starken Buch zusammengefasst. Die Gedichte wecken Empathie und Nachdenklichkeit, so dass die Erzählungen und Aufsätze, die zweifellos auf realen Begebenheiten fußen, bei dem Leser einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Anders als in Zeitzeugenberichten wird das gesamte Geschehen in den Blick genommen. Auch das Leid der Anderen und menschliches Verhalten der mit der Durchführung der Deportation Beauftragten wird erwähnt. In der Geschichte „Der serbische Kaufmann“ wird deutlich, wie ein Mensch - zweifellos kein Heiliger - der sich nur so verhält, wie wir es von jedem Nachbarn erwarten, in einem Strudel aus Egoismus, Nationalismus und Kommunismus mitgerissen und zerstört wird. Besonders interessant ist dieses Buch für alle, die nicht selbst erlebt haben, wie leidvoll das Zusammenleben verschiedener Ethnien werden kann.

Ze.

1951 - Die Kinder erinnern sich

Die Verschleppung der Deutschen aus dem Banat in die Sowjetunion aus der Sicht der Kinder
Erzählberichte

Zu den vielen vergessenen Opfern des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit gehören mehrere 100.000 deutsche Zivilisten, die aus anderen Staaten in die Sowjetunion deportiert wurden. Unter ihnen waren rund 70.000 Deutsche aus Rumänien, davon ca. 33.000 Banater Schwaben. Einige von ihnen wurden kurz nach der Rückkehr in ihre Heimat im Sommer 1951 erneut verschleppt, diesmal in die Baragansteppe.

Das Schicksal der deportierten Banater Schwaben gab Herta Müller Anlass zu ihrem Roman „Atemschaukel“, für den sie den Nobelpreis erhielt.

Jetzt haben Kinder der deportierten Banater ihre Erinnerungen aufgeschrieben, die in einem Erzählband zusammengefasst wurden, den Albert Bohn, Werner Kremm, Peter-Dietmar Leber, Anton Sterbling und Walter Tonta herausgegeben haben.

In dem Buch werden nicht nur die Berichte der Deportierten aus dem Mund der Kinder nacherzählt, sondern die Kinder erzählen auch die Auswirkungen auf ihr Leben.

Verstörend wirkt auf den unbefangenen Leser, dass die brutale menschenverachtende Methode der „Aushebung“ der Deportierten nach dem gleichen Muster erfolgte, mit dem die SS Polen für die Zwangsarbeit in Deutschland „einfing“.

Das Buch kann zum Preis von 18 € bei der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V., Karwendelstraße 32, 81369 München, Tel.: 089 2355730, bezogen werden.

Red.

Josef Sallanz: Dobrutscha. Deutsche Siedler zwischen Donau und Schwarzem Meer

Hrsg.: Deutsches Kulturforum östliches Europa
ISBN: 978 – 3 – 936168 – 73 – 0

Der Balkan war immer ein Kaleidoskop der Ethnien. Hierzu gehörten auch viele Gebiete mit einer deutschen Minderheit. Allein auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens gab es 6 Regionen mit einer größeren deutschen Minderheit sowie mehrere kleine Siedlungsinseln.

Zu den Regionen mit einer größeren deutschen Minderheit gehörte die Dobrutscha, ein fruchtbares Steppengebiet am schwarzen Meer südlich des Donaudeltas. Im Vergleich mit Siebenbürgen, wo die ersten Deutschen bereits vor 850 Jahren angesiedelt wurden, kamen deutsche Siedler erst relativ spät, vor 180 Jahren, in die Dobrutscha. Hier lebten sie mit vielen anderen Ethnien zusammen. Das Gebiet gehörte damals noch zum osmanischen Reich. Unter den Osmanen genossen sie viele Freiheiten. Als die Dobrutscha 1878 zu Rumänien kam, wurden sie Bürger zweiter Klasse. Sogar der Grunderwerb blieb Rumänen vorbehalten. Die folgenden Jahrzehnte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren für die Deutschen wie für alle Minderheiten auf dem Balkan mit ständigen Zurücksetzungen oder sogar Verfolgungen verbunden. Nachdem die Deutschen aus der Dobrutscha zu Beginn des Zweiten Weltkrieges „Heim ins Reich“ geholt wurden, mussten sie erfahren, dass auch Deutsche für das NS-Regime nur Menschenmaterial waren. Als die Bewohner des Dorfes Malkotsch darauf bestanden, gemeinschaftlich angesiedelt zu werden, wurden sie kurzerhand in ein KZ eingeliefert.

Die Geschichte dieser Minderheit beschreibt Josef Sallanz kenntnisreich und empathisch.

Eine ausführliche Rezension von Prof. Dr. Anton Sterbling können sich hier herunterladen.

Red.

„Meine Heimat ist Deutschland und ich stamme aus dem Egerland“

Rezension von Prof. Dr. Anton Sterbling über ein Buch des im Egerland geborenen Prof. Dr. Wilfried Heller

Auf dieser Internetseite haben wir viele Bücher von Persönlichkeiten vorgestellt, die aus den Heimatgebieten der Deutschen im Osten Europas stammen und in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind. Wilfried Heller wurde 1942 in Littmitz/Egerland geboren, einem Ort, den es heute nicht mehr gibt. Er wuchs jedoch in Westdeutschland auf. Dort studierte er Sozial- und Kulturgeographie. Als Wissenschaftler beschäftigte er sich vor allen Dingen mit der Migrationsforschung.

Hierbei nahm er nicht nur Deutsche, sondern auch Menschen aus der Türkei und anderen Ländern in den Blick.

Die Erfahrungen seiner eigenen Familie hat er in seinem Buch „Zwischen Herkunft und Neuanfang“ verarbeitet. In der Einleitung seines Buches bekennt er „Meine Heimat ist Deutschland und ich stamme aus dem Egerland“. Dieser Satz ist Programm. Das Buch ist zwar ein Lebensbericht, aber durch viele Bilder, historische und geographische Ergänzungen gleichzeitig ein Sachbuch. Prof Dr. Anton Sterbling, Mitglied im Kuratorium der sächsischen Vertriebenenstiftung, hat dieses Buch bereits gelesen. Seine Rezension können Sie hier herunterladen. Sie wird Ihr Interesse noch steigern.

Red.

Ein vorgezogenes Weihnachtswunder

Ausstellung „Unsere Deutschen“ wurde eröffnet

Seit dem 18. November kann in Aussig/Usti nad Labem eine Ausstellung besichtigt werden, auf die Millionen Deutsche gewartet haben. Unter dem Titel „Unsere Deutschen“ wird in 20 Räumen auf 1500m2 die Geschichte der Deutschen in Böhmen, Mähren, Sudetenschlesien und weiteren Siedlungsinseln in Tschechien gezeigt. Wie verschiedenen Presseberichten zu entnehmen war, wurde die Ausstellung von einem internationalen Expertenteam vorbereitet. Bei der Umsetzung des Ausstellungskonzepts wurden alle modernen technischen Möglichkeiten ausgeschöpft.

In der MDR-Mediathek können Sie in der Rubrik „Zeitreise“ mehr erfahren. Natürlich sollten Sie sich auch die Ausstellung selber ansehen. Die Redaktion würde sich über einen Bericht freuen.

Red.

Grundwissen für jedermann

Eine kurz gefasste Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

Oft sind wir erschreckt und verärgert, über die mangelnde Kenntnis der Geschichte der Deutschen im und aus dem östlichen Europa. Da wird Siebenbürgen mit Ostpreußen verwechselt, weil man bei Ostpreußen automatisch an Burgen denkt. Mag das noch komisch sein, so ist die Annahme, die Spätaussiedler und Vertriebenen seien nur die zurückgebliebenen Reste von HitlersBesatzungstruppen gewesen, ehrverletzend und diskriminierend.

Völlig unbekannt ist die Tatsache, dass die Deutschen nicht als Eroberer kamen, sondern von den einheimischen Herrschern und Adligen gerufen wurden. Eine Ausnahme bildete nur das Baltikum.

Unbekannt ist auch, dass diese Menschen vielfach kulturelle Traditionen bewahrt haben, die ihre Vorfahren vor Jahrhunderten aus ihren Herkunftsregionen in Westdeutschland mitgebracht hatten.

Trotzdem hatten sie sich in vielen Regionen, insbesondere in den früheren deutschen Ostprovinzen, mit der einheimischen Bevölkerung vermischt und keine Parallelgesellschaften gebildet. Ihre zivilisatorischen und kulturellen Leistungen stehen keineswegs hinter denen im heutigen Deutschland zurück. Einer der größten Philosophen weltweit, der größte deutsche Philosoph war Immanuel Kantaus Königsberg, die erste deutschsprachige Nobelpreisträgerin Bertha von Suttner aus Prag.

Die landläufige Annahme von der Rückständigkeit Ostmitteleuropas und Osteuropas ist falsch. 1735 wurde die erste Bergschule der Welt in dem von deutschen Bergleuten geprägten Städtchen Schemnitzin der heutigen Slowakei gegründet. Das war keine Ausnahme. Die ersten mitteleuropäischen Universitäten wurden nicht in Leiden und Heidelberg gegründet, sondern in Prag und Krakau.

Es gibt daher viele Gründe, sich ein kleines Grundwissen über die Deutschen im Osten anzueignen.

Winfried Schirotzek hat dieses Grundwissen in seinem Buch „Deutsche im östlichen Europa“ auf rund 130 Seiten zusammengetragen.

Das Buch kann gegen eine Spende von 10 Euro auf das Konto

IBAN DE 10 8505 0100 0232 0101 53

beim Verein Erinnerung und Begegnung e.V. portofrei bestellt werden. Es ist ausreichend, beim Verwendungszweck Ihren Namen und Adresse sowie Schirotzekbuch anzugeben.

Red.

„Bilder meiner Kindheit“,
Mit diesem Buch von H.-D. Haim erreicht man die Jugend

„Die Schüler der Klasse 8 a lauschten gespannt den Worten Hans-Dieter Haims und erlebten sehr anschaulich die Lebensumstände der damaligen Zeit. Besonders hat gefallen, dass der Autor einzelne Szenen aus seinem Leben äußerst lebendig beschrieben hat, sodass sich beim Zuhörer ein besonderes Gefühl der Anteilnahme entwickelte.“

Mit diesen Worten berichtet eine Lehrerin der Oberschule Innenstadt Görlitz über eine Lesung von Prof. Dr. Hans-Dieter Haim aus seinem Buch „Bilder meiner Kindheit – Erinnerungen an Schlesien“.

Ähnliche Erfahrungen haben Mitglieder der Redaktion bei Zeitzeugengesprächen in Schulen in Pirna und Freital ebenfalls gemacht. Den Schülern gefällt, dass der Autor nicht belehren will, sondern nur Erlebnisse schildert, ohne Schlüsse zu ziehen oder moralische Urteile abzugeben. Die Beurteilung überlässt er dem Leser bzw. bei den Hörern. Eine längere Rezension von Peter Börner steht für Sie hier zum Herunterladen bereit.

Das Buch kann bei der Redaktion (friedrich.zempel@t-online.de) bestellt werden. Wir bitten um einen Auslagenersatz von 20 € auf das Vereinskonto IBAN DE 10 8505 0100 0232 0101 53.

Red.

Druckfrisch: Unser Liederbuch

Nun ist es geschafft! Die Stiftung „Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen“ hat das „Liederbuch der Deutschen aus dem östlichen Europa“ herausgebracht.

Druckfrisch liegt es jetzt vor. Diese Sammlung vereint die Texte und Noten von 143 Liedern, die von den Vertriebenen und Spätaussiedlern im Freistaat Sachsen gesungen werden und zu unserem kulturellen Erbe gehören. Viele Heimatgebiete sind vertreten, sogar das kleine Siedlungsgebiet der Deutschen in der Dobrutscha. Bedauerlich ist nur, dass anders als in dem vergriffenen Buch „Lieder der unvergessenen Heimat“ aus dem Heyne Verlag die Heimatgebiete der Deutschen aus Polen, der
Slowakei und der Bukowina nicht berücksichtigt wurden.

Das neue Liederbuch soll zukünftig die Treffen und Veranstaltungen der Spätaussiedler und Vertriebenen in Sachsen begleiten. Es wird gegen eine Spende von zehn Euro von Frau Claudia Florian, Landesgeschäftsführerin des Landesverbandes der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz, Heinrich-Heine-Straße 6A, 02977 Hoyerswerda, ausgegeben oder kann per Mail (c.florian-lvs@t-online.de) bestellt werden.

Red.

Lieder der Deutschen aus dem östlichen Europa
Liederbuch

Eleonora Hummel - Die Wandelbaren

Roman über ein deutsches Theater in der Sowjetunion

Den Deutschen in/aus Russland widmen Wissenschaftler und Schriftsteller seit einigen Jahren eine außerordentlich große Aufmerksamkeit, wie sie in ihrer Breite keine andere Volksgruppe erfahren hat. Zu denken ist u. a. an Ulla Lachauer, Freya Klier oder Sergej Lebedew. Eine Autorin verdient besondere Aufmerksamkeit, Eleonora Hummel. Vor 25 Jahren begann die damals 25-jährige mit ihrer literarischen Arbeit. Inzwischen ist die Reihe ihrer Werke in unserem Bücherschrank nicht mehr zu übersehen. Mit unserer Wertschätzung sind wir nicht allein.

In diesem Jahr wurde sie mit dem Kulturpreis der Russlanddeutschen ausgezeichnet. Mit ausschlaggebend für die Preisverleihung war ihr neusten Buches „Die Wandelbaren“, das im vorigen Jahr erschien. Es befasst sich mit dem Ensemble des deutschen Schauspieltheaters Temirtau in Kasachstan. Auch die anderen Bücher von Eleonora Hummel empfehlen wir ihrer Lektüre. Ihr (bisheriges) Gesamtwerk schildert das Leben der Deutschen in Russland in verschiedenen Facetten. Allen Lesern, seien sie Betroffene oder nicht Betroffene, verhelfen ihre Bücher zu einem besseren Verständnis der Deutschen aus Russland. Eine ausführliche Rezension können Sie hier herunterladen.

f. z.

Eleonora Hummel fotografiert von Paul Kuchel
Eleonora Hummel fotografiert von Paul Kuchel

Ein Schlüssel für das Erfolgsgeheimnis?

Am Rande Mitteleuropas

„Am Rande Mitteleuropas“ lautet der Titel eines Buches über das Banat von Prof. Dr. Anton Sterbling, Mitglied des Kuratoriums unserer Stiftung. Es ist ein Bekenntnis zu seiner Heimat, dem Banat als multiethnische Region. Hier hat er bis 1975 gelebt und Elektrotechnik studiert. Dann kam er als Aussiedler in die Bundesrepublik, studierte Sozialwissenschaften und wurde Professor. Obwohl Anton Sterbling sein ganzes Berufsleben als Wissenschaftler gearbeitet hat - über 500 Veröffentlichungen tragen seinen Namen - ist das Buch von den eigenen Erfahrungen des Autors geprägt. Es ist daher gerade für ein breites Publikum lesenswert. Offenbar haben die ersten Studienjahre der Elektrotechnik seine Gedankenführung nachhaltig beeinflusst; denn seine Schriften kann man ohne Benutzung eines Fremdwörterlexikons verstehen.

Innerhalb weniger Jahre hat das in Temeswar im Banat gelegene Nikolaus-Lenau-Gymnasium zwei Nobelpreisträger hervorgebracht. Vielleicht finden Sie in dem Buch von Anton Sterbling einen Schlüssel für das Erfolgsgeheimnis der Deutschen aus dem Banat. Eine ausführliche Rezension von Dr. Jürgen Henkel können Sie hier herunterladen.

d. Red.

Timisoara / Temeswar – europäische Kulturhauptstadt 2021 und ihre deutschen Bezüge

Vor wenigen Wochen elektrisierte eine Meldung ganz Mitteleuropa. Der junge Deutsche Dominik Fritz wurde am 27. Oktober zum Bürgermeister von Timisoara / Temeswar gewählt. Temeswar gehört zu den größten Städten Rumäniens und ist Hauptstadt des Banats, einer der interessantesten Regionen Europas. In den letzten Jahren hat Temeswar mehrfach Furore gemacht. 2009 erhielt Herta Müller den Nobelpreis für Literatur und 2014 Stefan Hell den Nobelpreis für Chemie. Beide Nobelpreisträger gehörten zu der deutschen Minderheit der Banater Schwaben und hatten das Nikolaus-Lenau-Gymnasium in Temeswar besucht, bevor sie mit ihren Familien in die Bundesrepublik ausgesiedelt wurden. Auch der Namensgeber ihrer Schule stammte aus dem Banat. Computerfreaks haben nachgewiesen, dass der Dichter Lenau nach Goethe den umfangreichsten Wortschatz aller deutschsprachigen Dichter hatte. Wer sich mit der deutschen Minderheit im Banat etwas befassen will, dem empfehlen wir den Aufsatz

Mythos Banat

des Mitglieds des Kuratoriums der Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration, Prof. Dr. Anton Sterbling, den Sie hier herunterladen können. Wenn Sie über einen breiten Bildschirm verfügen, können Sie eine 4-spaltige Version mit Bildern und Diagrammen hier herunterladen.

f. z.

Integration durch Arbeit und Leistung

Das schwierige Leben eines Flüchtlingskindes
aus dem Posener Land in der DDR

Jüngere Menschen, die nicht in der DDR aufgewachsen sind, verstehen sie kaum noch. Im Buchhandel gibt es zwar ein umfangreiches Angebot an Apologien der DDR, aber das Leben der Durchschnittsbürger ohne Karriere in der Partei oder Ausgrenzung als Christ oder Systemgegner ist kaum Gegenstand der zahlreichen Neuerscheinungen. Diese Lücke füllt das Buch „Tochter des Schmieds“ von Lieselotte Maria Schattenberg. Sie beschreibt ohne Pathos mit großer Sachlichkeit, ohne in Verteufelung oder Lobhudelei abzugleiten, das Leben einer jungen Frau vom Lande, die zum Lehramtsstudium in eine Großstadt.

Ausgangspunkt der Erzählungen ist das Schicksal der Familie der Protagonistin in ihrer Heimat im Posener Land und nach der Vertreibung in Brandenburg. Es wird deutlich, mit welchen Problemen und Leiden die Vertriebenen und die einfache Landbevölkerung nach dem Krieg fertig werden musste.

Eine Rezension Lieselotte Marschner-Katzur und Bestellhinweise finden Sie hier.

f. z.

Die deutsche Ostsiedlung

Broschüre von Prof. Dr. Winfried Schirotzek

In Gesprächen mit verbandsfremden und jüngeren Menschen wird oft eine von Vertriebenen und Spätaussiedlern als diskriminierend empfundene Fehlinformation offenbar. Sie glauben, die Familien der Spätaussiedler und Vertriebenen seien erst durch das NS-Regime in die östlichen Siedlungsgebiete gekommen. Dass die Deutschen in einigen Regionen bereits vor 800 Jahren ansässig wurden, ist ihnen unbekannt. Unbekannt ist auch, dass sich die deutschen Siedler in den meisten Siedlungsgebieten mit der ortsansässigen Bevölkerung vermischt haben. Auf diese Weise sind die deutschen Stämme der Ostpreußen, Pommern, Schlesier, Siebenbürger usw. entstanden.

Verschiedene Wissenschaftler haben zu diesem Thema dickleibige Bücher herausgebracht, die für Laien zu umfangreich sind. Die rund 30 Seiten DIN A4 der Broschüre von Prof. Schirotzek lassen sich dagegen schnell lesen. Sie sind leicht und flüssig geschrieben, bieten aber alle notwendigen Informationen über die Ostsiedlung und sind daher als Einführung in die Thematik besonders für jüngere Menschen gut geeignet. Die Broschüre kann beim Verein Erinnerung und Begegnung e. V. unter der folgenden Mailanschrift bestellt werden: friedrich.zempel@t-online.de. Nach Überweisung einer Spende von 5 € auf das Vereinskonto: IBAN DE 10 8505 0100 0232 0101 53 wird Ihnen die Schrift zugesandt.

d. Red.

Günter Klemm - Sonnige und andere Tage

Rezension von Peter Redlich, Sächsische Zeitung

Nein, traurig macht das Buch nicht. Auch wenn der Autor, Günter Klemm, unter den Titel

„Die Suche nach der heilen Welt“

den Untertitel setzt „Aus dem Sudetenland vertrieben in Deutschland nicht willkommen“. Der Radebeuler, heute 81 Jahre alt, schildert in vielen Episoden, wie er die Zeit seit 1939 erst in einem Vorort von Teplitz-Schönau, dem heutigen Teplice, und später, nach der Vertreibung, als Sudetendeutscher in Ostdeutschland erlebte.

In bildreicher Sprache schildert Günter Klemm vor allem, was ihm als Kind und Jugendlicher widerfuhr. Da gibt es für den technikbegeisterten Jungen das Erlebnis mit der dampfbetriebenen Bahn, aber auch die Situation, wie er in Berlin in eine Zelle eingesperrt wurde, wegen des Verdachts des Schmuggels. Dabei hatte er nur Weizen im Koffer, der als Futter für Großmutters Hühner gedacht war.
„Verschwindet ihr verhungertes Umsiedlerpack“ musste er sich bei der Bauernhochzeit anhören, weil er die Hoffnung auf ein Stück Zuckerkuchen hatte.

Klemm jammert nicht. Er wechselt zwischen sonnigen Tagen und Tagen mit Regen, wie er selbst über gute und nicht so gute Erlebnisse schreibt. Er hat sein Leben gemeistert. Hat Maschinenschlosser gelernt und als Ingenieur in der Metallbranche gearbeitet. Die letzten Jahre im Berufsleben war er Geschäftsführer einer Textilfirma. Glücklich verheiratet, 3 Kinder, 6 Enkel und 7 Urenkel sind auf dem Paperback-Buchumschlag vermerkt.

Der erst in Dresden – seit 1965 – lebende Autor ist 2004 nach Radebeul gezogen. Er sieht sich als Zeitzeuge und hat die vielen Erinnerungen und Lebensgeschichte seinen Enkeln gewidmet. Wenn es gewollt ist, so sagt Günter Klemm, würde er auch gern Vorträge und Lesungen anbieten – etwa in Schulen. Geschichtenerzählen ist seine Leidenschaft, die ja nützlich sein kann, etwa um Geschichtsunterricht anschaulich zu machen

Das 160-seitige Buch ist gerade im Radebeuler Notschriften-Verlag erschienen und beim Verlag (info@notschriften.de ) oder im Buchhandel für 11,90 € zu erwerben (ISBN: 978 – 3 – 948935 – 04 – 7).

Siebenbürgen – Trauer und Lichtblick

hier hängt das Herz von Prinz Charles und Peter Maffay

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„Siebenbürgen süße Heimat“ – ein Buch von Thomas Heller/Dresden

Thomas Heller aus Dresden, Jahrgang 1964, beschäftigt sich seit Jahren mit Siebenbürgen, wie Christian Ruf in seiner Rezension betont, die Sie hier herunterladen können. Am Schluss seiner Buchbesprechung führt der Rezensent aus, dass einige junge Deutsche ihre Zelte abgebrochen haben, um im Baltikum oder Schlesien zu leben. Das trifft auch auf Rumänien zu. Hermann und Katharina Kurmes, zwei Gymnasiallehrer aus Niedersachsen, haben in Magura unweit des Dracula-Schlosses die Pension Villa Hermani eingerichtet. Von hier aus kann man nicht nur Dracula einen Besuch abstatten, sondern unter kundiger Führung ein Rendezvous mit Braunbären haben. Nähere Informationen findet jeder, der bei einer Suchmaschine Villa Hermani eingibt. Aber Achtung Hermani schreibt man mit einem „r“.

Apropos Peter Maffay und Prinz Charles. Dass der Rockmusiker Maffay immer noch einen Koffer in seiner Heimat Siebenbürgen hat, wissen wohl die meisten unserer Leser. Weniger bekannt ist, dass Prinz Charles in Siebenbürgen eine kleine „Nebenresidenz“ unterhält. Nirgendwo sonst ist die Chance so groß, ihn bei einer Wanderung persönlich zu treffen; denn die ortsansässigen versichern, dass er sich hier sehr volksnah verhält.

Thomas Heller ist nicht der erste Dresdner Fotograf und Autor, der sich durch Siebenbürgen faszinieren ließ. Der heute in München lebende Martin Eichler (näheres finden Sie im Internet) ist ebenfalls mit einer Reihe von Publikationen an die Öffentlichkeit getreten.

f. z.

Erinnerung, Begegnung, Integration

Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen

Unsere Arbeit geht trotz Corona weiter

Spenden Sie für das dauerhaft gesicherte Grundvermögen (nicht für den Verbrauch bestimmt)

Stiftungskonto: IBAN: DE 12 8705 2000 0190 0222 05

Aufruf an die Deutschen aus Russland und den Nachfolgestaaten der UdSSR

Spenden Sie Dokumente, Fotos und Ausstellungsstücke für unsere Erinnerungsstätte in Knappenrode/Hoyerswerda.

In Knappenrode werden wir eine Erinnerungs-, Begegnungs- und außerschulische Bildungsstätte errichten. Für diese Einrichtung suchen wir dringend Erinnerungsstücke der Deutschen aus Russland.

Wir kennen Ihre Geschichte. Wir wissen, dass Sie so gut wie keine Gegenstände aus den früheren Heimatgebieten an der Wolga den vielen anderen Siedlungsgebieten in der früheren UdSSR nach Sachsen mitbringen konnten. Für uns sind aber auch wichtig:

Briefe und sonstige Dokumente, Fotos, Bilder, Bücher und Kleidungsstücke, auch aus der Zeit nach der Entlassung aus der Trudarmee, beispielsweise der Schriftverkehr über ihre Aussiedlung und natürlich auch Gegenstände wie Geschirr und Haushaltsartikel.

Selbst ein paar Stricknadeln sind für uns wichtig, wenn sie mit einer Geschichte verbunden sind. Wenn Sie sich nicht zutrauen, die Geschichten selbst aufzuschreiben, helfen wir Ihnen gerne.

Vor einigen Monaten haben wir von einer Deutschen aus Georgien ein Gesangbuch bekommen. Die Eigentümerin hatte zunächst Bedenken, es uns zu übereignen, weil es schon stark zerfleddert war. Aber gerade dieser Zustand war für uns wichtig; denn er ermöglichte uns, die Geschichte der Familie seiner Eigentümerin zu erzählen. Mit einer druckfrischen Ausgabe hätten wir das nicht tun können. Die Geschichte musste die Eigentümerin nicht selbst aufschreiben. Wir habe sie interviewt.

Sie können sich gerne direkt an die Stiftung der Vertriebenen, Heinrich-Heine-Straße 6A, 02977 Hoyerswerda oder an die Vorsitzenden Ihrer landsmannschaftlichen Gliederung wenden.

Friedrich Zempel

PS. Natürlich sind wir auch an den gleichen Erinnerungsstücken aus den Herkunftsgebieten der anderen Vertriebenen und Spätaussiedlern interessiert.

Tanzkreis Rübezahl aus Deutsch-Paulsdorf bei Görlitz

Im Bild: Das Kinder-und Jugendensemble Sonnenschein des DRZ Leipzig im Plenarsaal des Sächsischen Landtages

Falls es Vorschläge, Hinweise oder Beiträge gibt, bitte wenden Sie sich an das Team über die Kontaktseite. Dort finden sie den Link zum Postfach des Vereins.