Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen / Schlesische Lausitz e. V.
mit Erinnerung und Begegnung e. V. (EUB)

Wir begrüßen Sie auf unserer Internetseite www.vertriebene-in-sachsen.de

Veranstaltungsübersicht

Kirchentag der evangelischen Ostpreußen in Sachsen

3. April, ab 9 Uhr 30
St. Matthäus-Kirche, Zinzendorfstr. 14 bis 16, Chemnitz



25 Jahre BdV Leipzig

9. April, ab 11 Uhr
Festsaal des Neuen Rathauses in Leipzig



Erinnerung an die Verabschiedung des Bundesvertriebenengesetzes und die Entstehung der Vertriebenenverbände in Sachsen nach der friedlichen Revolution

16. April, ab 12 Uhr
Plattner-Hof, Platner Str. 34, Chemnitz



Einweihung einer Gedenktafel am Bahnhof Bad Brambach für die 300.000 Deutschen, die aus Böhmen und Mähren vertrieben und über Bad Brambach weitergeleitet wurden

10. Juni, ab 14 Uhr
Bahnhof Bad Brambach



Tag der Heimat und Treffen der Chöre 2016

19. Juni, ab 11 Uhr
St. Johannes Kirche, Reichenbach/Niederschlesien



Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung

11. September, ab 11 Uhr
Plenarsaal des sächsischen Landtages

Grußwort für das Jahr 2016

Frank Hirche, Landesvorsitzender

Liebe Heimatfreunde,
allen Lesern unserer Zeitung und den Mitgliedern und Freunden unseres Verbandes wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2016!

Bei den Vorständen und Aktiven bedanke ich mich für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit. Sie haben in den Kreis-und Ortsverbänden viele kulturelle Veranstaltungen durchgeführt und sind mit Ihren Chören in der Öffentlichkeit aufgetreten. Im Hinblick auf Ihr Alter war dies wieder eine großartige Leistung.

Auch unsere Verbandsspitzen auf der Bundesebene im BdV waren erfolgreich. Mit Unterstützung der Vertriebenengruppe in der CDU konnten sie die Einführung einer Entschädigung für die deutschen Zwangsarbeiter durchsetzen.

Ich hoffe, dass Sie, liebe Heimatfreunde, auch in diesem Jahr weiter ihren Gruppen und unserem Landesverband die Treue halten. Der Landesverband hat wieder einige große Vorhaben geplant: Am 19.3. werden wir den Landesverbandstag und eine Kulturveranstaltung im Vogtland durchführen, am 16.4. in Chemnitz an die Verabschiedung des BVFG erinnern, am 19.6. in Reichenbach das Treffen der Chöre und den Tag der Heimat feiern, am 11.9. im Plenarsaal des Landtages den Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung begehen. Das Jahresprogramm beschließen wir mit unserer Kulturveranstaltung am 25./26.11. - voraussichtlich in Freiberg. Merken Sie sich diese Termine vor und werben Sie in Ihrem Bekanntenkreis für eine Teilnahme.

Im neuen Jahr hat uns gleich eine positive Nachricht erreicht. Der Landesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft hat den Beitritt zu unserem Landesverband der Vertriebenen beschlossen. Ich begrüße die neue Gruppe und versichere Ihr, dass Sie bei uns herzlich willkommen ist.

Ihr
Frank Hirche

Vertreibungen sind Unrecht – gestern wie heute
Rückblick 2015

Als der BdV-Bundesverband im Herbst 2014 das Leitwort für 2015 “Vertreibungen sind Unrecht – gestern wie heute“ festlegte, war noch nicht abzusehen, welche Aktualität dieses Leitwort einmal erreichen würde. Dem BdV wurde wieder vorgeworfen, ewig gestrig zu sein. Die Vertreibung der Deutschen wurde, wie seit Jahrzehnten, weiterhin als singuläre Folge der NS-Verbrechen angesehen.

Der Verlauf des letzten Jahres hat leider gezeigt, dass die Sprecher der Vertriebenenverbände zu Recht immer wieder gefordert haben, dass Vertreibungen wie am Ende des zweiten Weltkrieges sich nicht wiederholen dürfen.

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Der LVS, der EuB, die Landesgruppen der Landsmannschaften und die Kreis-und Ortsverbände des BdV in Sachsen haben auch im vergangenen Jahr wieder eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, über die in dieser Zeitung berichtet worden ist.

Besonders hervorheben möchte ich das Treffen der Chöre am 7. Juni in Reichenbach. Im Begleitprogramm wurde erstmalig die von unserem Mitglied, Mario Morgner, zusammengestellte Ausstellung mit Trachten aus den Heimatgebieten der Vertriebenen gezeigt. Überwiegend handelt es sich um Trachten der früheren Kreisgruppe Schwarzenberg.

Weitere landesweite Veranstaltungen wurden zur Erinnerung an die Verabschiedung des BVFG in Leipzig und der Charta der Vertriebenen in Dresden jeweils mit rund 200 Teilnehmern durchgeführt.
Besser besucht waren nur der Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung am 13. September im Plenarsaal des sächsischen Landtages in Dresden und der Tag der Heimat am 19. September in Hoyerswerda.

Am 28. November fand die jährliche Kulturveranstaltung des LVS in Chemnitz. Sie wurde von dem Kulturkreis “Simon Dach“ gestaltet. Besonders die vielen mitwirkenden Kinder begeisterten die Teilnehmer.
Die beiden Wanderausstellungen “Integration durch Leistung“ und “Unsere neue Heimat – Sachsen“ konnten wieder in verschiedenen Institutionen gezeigt werden.

Am 5. Oktober wurde in Oppeln / Schlesien im Vestibül des Landtages (Sejmik) die Ausstellung "Unsere neue Heimat" durch Vizemarschall Roman Kolek eröffnet. Die Ausstellung behandelt die Vertreibung und deren Ursachen. Die Resonanz in den polnischen Medien war sehr postiv.

Im Haus der Heimat in Reichenbach (Niederschlsien) konnte wieder ganzjährig die Sammlung der Vertriebenenstiftung Sachsen mit Kulturgütern aus unseren Heimatgebieten besichtigt werden. Auch einige Schulklassen gehörten zu den Besuchern.

Alle landesweiten Veranstaltungen wurden aufgrund von § 96 BVFG durch das Innenministerium gefördert.

Ein Höhepunkt war die Ausstellung “Erzwungene Wege“ der Stiftung "Zentrum gegen Vertreibungen" im sächsischen Landtag Ende August bis Anfang September, die der sächsische Landtag und die Staatskanzlei gemeinsam organisiert hatten.

Nähere Informationen über die Arbeit der Vertriebenen in Sachsen finden Sie in unseren Zeitungen, die alle in das Internetportal www.vertriebene-in-sachsen.de eingestellt worden sind.

Friedrich Zempel

Chor „Silberklang“ der Deutschen aus Russland/Dresden bei dem landesweiten Treffen der Chöre im Juni in der Stadtkirche von Reichenbach
Bernard Gaida, Vorsitzender der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen im Gespräch mit Landesgeschäftsführer Wolfgang Fiolka

Jugendorchester des deutsch-russischen Zentrums Leipzig bei der Feier des Vertriebenengedenktages im Plenarsaal des sächsischen Landtages
Kulturkreis Simon Dach, Chemnitz, bei der weihnachtlichen Kulturveranstaltung

Sie riskierten ihr Leben

Ausstellung im Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde Dresden (neben der Synagoge an der Südseite Carola-Brücke) bis zum 18. Februar

In dieser Ausstellung wird an die Polen erinnert, die während des Zweiten Weltkrieges versuchten, Juden vor dem Abtransport in die NS-Vernichtungslager zu retten.

Die Ausstellung schildert ganz sachlich, ohne Pathos die großen Gefahren, die alle Polen auf sich nahmen, die sich für Juden einsetzten, zumal sie selber nach der NS-Ideologie Menschen dritter Klasse waren. Gerade diese sachliche Darstellung verdeutlicht den ungeheuren Mut der Retter, die häufig entdeckt und selbst umgebracht wurden.
In unserer komplizierter werdenden Gesellschaft wird es immer schwieriger, die Grenzen zwischen gut und böse zu erkennen. Die Ausstellung kann daher motivieren, sich selbst Gedanken zu machen, wo man Zivilcourage zeigen muss.

Leider gibt es zu dieser Ausstellung kein Begleitheft. Es wäre zu wünschen, dass dem abgeholfen wird.

Axel Schubin

Gute Entwicklungen in der Heimat setzen sich fort:
Stadt Strehlen weiht gemeinsam mit der Bundesheimatgruppe Stadt und Kreis Strehlen Museum ein

"Was lange währt, wird endlich gut!". Die niederschlesische Kreisstadt Strehlen (35km südlich von Breslau) weihte am 3. Oktober endlich das Museum ein, das sowohl die deutsche Geschichte vor dem 2. Weltkrieg als auch die polnische Geschichte nach 1945 thematisiert. Schon 1995 gab es die ersten Versuche der Bundesheimatgruppe Stadt und Kreis Strehlen, die Museumsidee in Strehlen vor Ort "schmackhaft" zu machen. Der damalige Vorsitzende der Bundesheimatgruppe, George von Gellhorn, stieß derzeit auf wenig Interesse in seiner Heimatstadt. Er gab jedoch nicht auf und arbeitete weiter an der Verwirklichung seines Wunschtraumes. So folgte 2002 ein weiterer Versuch. Im Hotel Maria auf dem Marienberg traf sich der Vorstand der Bundesheimatgruppe Strehlen mit mehreren Interessensgruppen der Stadt Strehlen (Vertreter vom Landratsamt und vom Bergeverein, Geschichtsexperten und Bewohner der Stadt und des Kreises Strehlen), um die Museumsidee erneut anzuregen. Dieses Mal war das Interesse der heutigen Bewohner Strehlens größer, so dass mit einer raschen Umsetzung dieser Idee gerechnet wurde. Weit gefehlt! Nun gab es zwischen den verschieden Interessensgruppen vor Ort Unstimmigkeiten über die Art und Gestaltung des Museums sowie über einen möglichen Standort. Obwohl im Laufe der Zeit weitere Besuche der Bundesheimatgruppe folgten, zog sich die Verwirklichung in die Länge. Gegen Ende Jahres 2014 fassten sich der in Strehlen lebende Zbigniew Kazimierowicz und Falk Pusch aus Dorf Wehlen ein Herz und machten "Nägel mit Köpfen": Während Zbigniew Kazimierowicz erneut Druck auf die städtische Behörde vor Ort ausübte, bot Falk Pusch sich an, die Exponate von der Heimatstube Herne nach Strehlen zu transportieren. Das erfolgte dann Februar 2015. Herr Kazimierowicz katalogisierte diese und entwickelte ein Konzept für ihre Ausstellung. Nach dem Umzug des Kulturzentrums aus der kleinen Kapelle gegenüber der ehemaligen Brauerei in das neu eröffnete Kulturzentrum an Stelle des alten Kinos war auch die entsprechende Örtlichkeit ohne großen baulichen Aufwand gefunden.

Am 3. Oktober 2015 sollte es dann endlich so weit sein. Bürgermeisterin Dorota Pawnuk unterstrich bei der Eröffnungsfeier die Bedeutung des Museums sowohl für die früheren deutschen Bewohner als auch für die heutigen Bewohner der Stadt Strehlen. Dr. Fleger zeigte sich überzeugt, dass das Museum einen zusätzlichen Beitrag für die guten deutsch-polnischen Beziehungen leisten wird und diese fördert. In seiner Dankesrede gedachte Dr. Fleger (jetziger Vorsitzender BHG) an den früheren Vorsitzenden George von Gellhorn, der schon in früheren Jahren versuchte, freundschaftliche Kontakte zu den heutigen Menschen in seiner Heimatstadt zu knüpfen. In den frühen Jahren klangen solche Ideen eher utopisch. Trotzdem verfolgte George von Gellhorn dieses Ziel unbeirrt weiter und setzte seine Arbeit mit dem Wunsch fort, in Strehlen eine Art Heimatstube/Museum zu eröffnen. So überreichte Dr. Fleger ein eingerahmtes Foto vom ehemaligen Vorsitzenden George von Gellhorn mit einem Text in deutscher und polnischer Sprache, der das Lebensziel dieses verdienten Mannes würdigt und in diesem Museum ausgestellt werden soll. Falk Pusch überreichte der Bürgermeisterin ein Gemälde von dem aus Strehlen stammenden Maler Heinz - Georg Schneider (Strehlen Stadtansicht von einem Wanderweg am Marienberg aus gesehen). Schießlich durfte er gemeinsam mit der Bürgermeisterin Pawnuk, Zbigniew Kazimierowicz, Bärbel Gräsner und Dr. Fleger das rot - weiß gestreifte Band zur offiziellen Eröffnung durchschneiden.

Die meisten Besucher waren positiv überrascht, da die Einrichtung und die Ausstellung sehr ansprechend präsentiert wurden. Die größte Überraschung war jedoch eine künstlerisch angefertigte Darstellung des berühmtesten Sohnes dieses Stadt: Der Nobelpreisträger Paul Ehrlich sitzt in Lebensgröße am Schreibtisch und arbeitet an seiner Forschung. Eine Versuchsanordnung mit echten Laborgegenständen wird ebenso präsentiert wie einige Poster, die das Leben und Wirken des Mediziners zeigen. Ein Modell der damaligen Michaeliskirche ist ebenfalls zu bewundern. Dieses Gotteshaus wurde im Krieg völlig zerstört. Ein Wiederaufbau war nicht mehr möglich. Das Modell lässt nun besser beurteilen, wie imposant diese Kirche einst gewesen war.

Das Museum soll auch in Zukunft lebendig gestaltet werden und so hofft Zbigniew Kazimierowicz auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit der Bundesheimatgruppe.

Von links nach rechts Heinz Werner Fleger (Vorsitzender Heimatgruppe Strehlen), Dorota Pawnuk (Bürgermeisterin von Strzelin) sowie Herr Pusch, Frau Gräsner, Herr Preußer und Frau Soltis von der Heimatgruppe Strehlen

Falk Pusch (Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Sachsen) bei der Ankunft in Strehlen/Strzelin

Vorträge im Haus der Heimat

Erinnerungskultur der Vertriebenen in Deutschland und Polen
und
die Sächsisch polnischen Beziehungen

Das Haus der Heimat in Reichbach / schlesische Lausitz ist immer wieder gut für interessante Vorträge und findet überregionale Beachtung. Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Heinz Noack aus der Budapester Zeitung.

Die Stadt Reichenbach liegt vor den Toren von Görlitz und liegt an der alten Handelsstrasse Via Regia. Bis nach dem 2. Weltkrieg gehörte die an der Grenze liegende Stadt zu Schlesien, blieb von den Kriegsereignissen im wesentlichen verschont, nahm aber eine große Zahl Vertriebenen aus den Ostgebieten auf. Der Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen hat sich mit dem Haus der Heimat eine zentrale Einrichtung , dies geschah mit großer Initiative der Verbandsmitglieder und mit Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren. In einer Ausstellung werden Zeitzeugenberichte über Flucht, Vertreibung, Zwangsarbeit, Deportation sowie Gegenstände und Trachten aus der alten Heimat ausgestellt. Hauptsächlich kommen diese Dinge aus Schlesien , aber auch aus den Ländern Osteuropas liegen Exponate vor, so auch von den Ungarndeutschen. Dieses Haus bietet sich für Besuche von Schülern im Ethikunterricht an. Die herausgegebene Broschüre enthält im Anhang Fragebögen wo die Schüler ihre Großeltern über die Vergangenheit und ihren Erlebnissen befragen können. Kürzlich fand im Haus, im vollen Versammlungsraum, wieder eine Gesprächsrunde statt, an der auch die Bürgermeisterin Frau Carina Dittrich teilnahm.
Der Vortrag von Prof. Dr. Frank Knoll von der Universität Chemnitz gab einen interessanten Überblick über die Beziehungen zwischen Polen und Sachsen zur Zeit August dem Starken wieder. So wurde auch klar wie groß Polen früher einmal war und wie spezifisch die polnische Geschichte ist. Nach dem Vortrag kam es zu einer regen Fragestunde , bei der nichts offen blieb.

Frau Karolina Tryzna aus Sorau/Zary stellte in ihren Vortrag die Vertreibung der deutschen und polnischen Erinnerungskultur dar. Dies war auch das Thema ihrer eben erfolgreich verteidigten Magisterarbeit gewesen. Sie verglich dabei die beiden Heimatausstellungen in Sorau und Reichenbach. Ging auf die in Polen wohl falsch verstandenen Worte von Erika Steinbach ein. Legte aber auch klar, dass 70% der Polen gegen eine Vertreibung der Deutschen war.
Das Haus der Heimat sollte viel mehr von den Schulen in Anspruch genommen zu werden, denn hier wird an das Erbe unser Großeltern erinnert und gerade in der heutigen Zeit ist das Flüchtlingsproblem besonders aktuell.

Prof: Dr. Frank Knoll

Prof. Dr. Winfried Schirotzek der Leiter des Hauses.

Magister Karolina Tryzna

Tanzkreis Rübezahl aus Deutsch-Paulsdorf bei Görlitz

Im Bild: "Tanzkreis Rübezahl" aus Deutsch-Paulsdorf bei Görlitz

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